Huffpost Germany

Mit dieser jämmerlichen Fälschung versuchen Pegida-Anhänger, weiter Hass zu schüren

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Wir waren gerade dabei, uns um die Berichterstattung zur Pegida-Demo in Köln zu kümmern, als ich auf Twitter ein Bild mit dem Hashtag #nopegidanrw entdeckte. Das Bild war schockierend. Ich klickte auf den Tweet und rief meine Kollegen hinzu. Entsetzt starrten wir auf das Bild und entschieden umgehend: Wenn das echt ist, müssen wir sofort darüber berichten.

Denn das Bild, so suggerierte es der Hashtag, war gerade im Rahmen der Demonstration in Köln aufgenommen worden. Dort standen sich Pegida-Demonstranten, Antifa und Polizei feindlich gegenüber. Böller wurden gezündet, Wasserwerfer wurden angefordert. Eine feindliche, eine aufgeladene Stimmung. Und dieses Bild zeigte nun, was viele rechte Demonstranten der Linken seit eh und je vorwerfen: Brutal gewalttätig zu sein.

Ein Polizist fällt auf den Boden, mit dem Gesicht nach unten. Ein vermummter Antifa-Demonstrant (deutlich erkennbar an dem Logo auf seinem Rücken) holt mit einer Fahnenstange aus um im nächsten Moment mit aller Wucht auf den wehrlosen Menschen am Boden einzuschlagen.

Doch zunächst galt es, das Bild zu überprüfen: War es echt? Und schon nach wenigen Minuten Internet-Recherche hatten wir die Gewissheit: Nein, es war nicht echt. Es war eine jämmerliche Fälschung.

Das Original-Foto wurde 2009 von dem Fotografen Milos Bicanski aufgenommen. Es zeigt weder einen deutschen Polizisten, noch einen brutalen Antifa-Demonstranten. Sondern wurde während Unruhen in Athen im Jahr 2009 aufgenommen. Das Antifa-Logo wurde nachträglich auf den Rücken des Attackierers mit Bildbearbeitung eingefügt.

Insgesamt wurde das Bild bereits 263 auf Twitter geteilt. Jeder, der einen Twitter-Account hat, weiß: Während man mit dem Finger schnell durch die Timeline wischt, ist kaum Zeit, sich Posts in Ruhe anzuschauen. Aber Bilder bleiben oft hängen. Denn sie werden auch mit genau dem Ziel gepostet: Die Möglichkeit zu geben, eine markante Situation schnell zu erfassen. Eine Meinung zu bebildern.

Und deswegen ist dieses Bild auch so gefährlich. Es ist nicht nur eine schockierende Fälschung. Es ist vor allem ein Brandbeschleuniger des Hasses. Und es verhindert so, dass wirklich über politische Gewalt gesprochen werden kann. Denn ja, es gibt verachtenswerte linke Gewalt. Aber solch peinliche wie gefährliche Fälschungen, sind keine Basis für eine Diskussion über das Thema.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter
blog@huffingtonpost.de
.

Wasserwerfer-Einsatz bei Pegida-Demo in Köln: Hier drängt die Polizei den wütenden Mob zurück