POLITIK
10/01/2016 07:31 CET | Aktualisiert 10/01/2016 18:52 CET

Entwicklungsminister Müller warnt: "Erst zehn Prozent der Fluchtwelle bei uns angekommen"

Getty

Es ist eine entscheidende Frage in der Flüchtlingsdebatte: Wie viele Menschen machen sich nach Europa und Deutschland auf, um vor Krieg und Elend zu flüchten? Sind es eine Million, wie es das Bundesinnenministerium vorrechnet – oder gar noch mehr?

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ vor einer deutlich größeren Fluchtbewegung gewarnt, als wir sie derzeit erleben. „Erst zehn Prozent der in Syrien und Irak ausgelösten Fluchtwelle ist bei uns angekommen“, sagte er der Zeitung. Acht bis zehn Millionen Menschen seien noch unterwegs.

Der CSU-Politiker forderte deswegen von den EU-Staaten ein Sofortprogramm von zehn Milliarden Euro. Dies solle genutzt werden, um Syrien und den Irak wieder aufzubauen. "Wir müssen Dörfer und Städte wieder aufbauen, damit die Flüchtlinge jetzt wieder dorthin zurückkehren können", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag". Es gehe darum, die Abwanderung Hunderttausender Flüchtlinge aus der Region nach Europa zu stoppen.

Auch auf lange Sicht müsse sich Europa und Deutschland auf eine größere Fluchtbewegung einstellen. Der „Bild am Sonntag“ sagte Müller:

„Die größten Fluchtbewegungen stehen uns noch bevor: Afrikas Bevölkerung wird sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln. Ein Land wie Ägypten wird auf 100 Millionen Menschen anwachsen, Nigeria auf 400 Millionen.“

Mit Material von dpa

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft