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Polizei löst Pegida-Demo in Köln auf und setzt Wasserwerfer ein (NEWS-BLOG)

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Unter dem Motto "Pegida schützt!" rief am Samstag die islamfeindliche Pegida-Bewegung in Köln zum Marsch durch die Innenstadt auf - ihr begegnete eine große Gegendemonstration. Die rechtsextreme Partei Pro Köln unterstützte die Pegida-Demo.

Mit Spannung wurden die Ereignisse insbesondere wegen der Sexualdelikte der Silvesternacht erwartet, an denen auch Flüchtlinge beteiligt waren.

Als es zu massiven Ausschreitungen kam, musste die Polizei einschreiten und die Demo auflösen. Die Beamten setzten Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, die mit Böllern und Flaschen nach ihnen warfen.

Reporter Sebastian Christ und Frank Gerstenberg berichteten vor Ort von den Demos.

Die wichtigsten Ereignisse im NEWS-BLOG:

Live-Blog

Älteste Neueste

Am Abend hat die Polizei ihren Abschlussbericht zu den Vorkommnissen am Nachmittag in Köln veröffentlicht. Mehrere Polizisten und ein Journalist wurden bei den Hooligan-Krawallen demnach verletzt. Der Journalist sei mit einem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert worden.

Bereits eine Stunde vor der Pegida-Demo mit rund 1700 Teilnehmern seien viele Personen durch aggressives Verhalten aufgefallen. Hatte die Polizei zunächst noch davon gesprochen, dass etwa 50 Prozent der Teilnehmer dem Hooligan-Sprektrum zuzuordnen sind, gehen die Ermittler nun davon aus, dass der "weitaus größte Teil" aus der gewaltbereiten Hooligan-Szene stamme.

Bei Durchsuchungen seien unter anderem ein Nothammer, Drogen und mehrere Knallkörper gefunden worden.

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Heute (18:32) CET

Auch der Breslauer Platz, an dem die Demo gestartet ist, ist inzwischen geräumt.

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Heute (18:30) CET

Die Lage am Hauptbahnhof hat sich laut Polizei etwas beruhigt. Inzwischen würden sich viele angereiste Pegida-Anhänger wieder auf den Heimweg machen.

Etwa 1000 Personen seien bereits abgereist. Der Sprecher konnte bestätigen, dass es "freiheitsentziehende Maßnahmen" gab. Wie viele Festnahmen es gab, sei aber gegenwärtig noch unklar.

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Heute (17:00) CET

polizei
(Credit: Frank Gerstenberg)

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Heute (16:58) CET

Die Lage spitzt sich zu. Die Polizei schickt Journalisten weg. Die Rechten skandieren "Wo - wo - wo wart ihr Silvester?". Sie werden von Polizisten eskortiert.

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Heute (16:53) CET

Reporter Sebastian Christ berichtet von mindestens einem verletzten Journalisten und einem Pegida-Anhänger mit Augenreizungen, den die Sanitäter in den Hauptbahnhof gebracht haben.

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Heute (16:52) CET

Unsere Reporter schildern heftige Szenen, die sich in Köln abspielen: "An meinem Kopf vorbei ist eine Flasche voll gegen die Scheibe eines Polizeiwagens geflogen."

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Heute (16:43) CET

HuffPost-Reporter Sebastian Christ berichtet von mehreren Verletzten. Es fliegen volle Bierflaschen.

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Heute (16:42) CET

Reporter Frank Gerstenberg berichtet von einer stark gewalttätigen Stimmung. "Journalisten werden bedroht und brüllen 'Kamera weg, jetzt'." Von der Gegenseite kommen laute "Nazis raus"-Rufe.

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Heute (16:35) CET
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Am Breslauer Platz, dem Ort der Auftaktkundgebung, soll Ausnahmezustand herrschen, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Hooligans würden Steine, Blumenkübel, und Metallabsperrungen in Richtung der Einsatzkräfte schleudern. Die Polizei habe massive Probleme, die Lage in den Griff zu bekommen.

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Heute (16:26) CET

Wie die Polizei auf Anfrage von "Focus Online" bestätigt, wurde die Pegida-Demo abgebrochen. Der Marsch durch die Stadt findet somit offenbar nicht mehr statt.

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Heute (16:24) CET
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Heute (16:24) CET

Die Journalisten und die Polizisten werden mit Glasflaschen beworfen.

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Die Teilnehmer der Pegida-Demo wollen der Entscheidung der Polizei, zum Hauptbahnhof zurückzukehren, nicht folgen. Flaschen fliegen auf Polizisten und Journalisten, die Demonstranten verharren. Sie skandieren "Wir sind das Volk" und "Wo-wo-wo- wart ihr Silvester?". Schließlich setzen sie sich auf die Straße.

Der Wasserwerfer fährt vor.

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Auf der Gegendemonstration ist die Stimmung weiter friedlich. Die Rednerin Anita Staneck spricht zu den Teilnehmern: "Als Frauen und Feministinnen sind wir betroffen von der sexistischen Gewalt in der Silvesternacht."

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Etliche Demonstranten sind maskiert. Die Polizei fordert sie auf, die Vermummung abzunehmen. Es fliegen immer wieder Böller. Schließlich hält die Hundertschaft den Demonstrationszug an und fordert ultimativ, das Vermummungsverbot einzuhalten. Zwischenzeitlich wird über den Abbruch der Veranstaltung beraten. Der Einsatzleiter fordert die Demonstranten in einer Durchsage auf: "Verhalten Sie sich bis dahin absolut friedlich!" Die Entscheidung: Der Demonstrationszug muss umkehren und zum Breslauer Platz zurückkehren. Es kommt zu Handgemengen.

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Die Stimmung auf der Demo heizt sich auf. Die Polizei hat den Platz, auf dem die Pegida-Anhänger demonstrieren, abgeriegelt. Unter den Demonstranten sind rund 100 Hooligans, berichtet Huffington-Post-Reporter Sebastian Christ. Wiederholt werden Böller gezündet. Die Polizei fordert die Demonstranten auf, Abstand zu den Einsatzkräften zu halten. Teilnehmer skandieren hetzerische Parolen wie "Linkes Gezeter, 9 Millimeter" und den abgewandelten Fußball-Schlachtruf "Antifa - Hurensöhne".

Reporter Frank Gerstenberg berichtet, dass der Hauptbahnhof hermetisch geschützt ist. Selbst in den Toiletten kontrollieren Dutzende Polizisten. Bei den Anti-Islam-Demonstranten stehen Wasserwerfer und Räumgerät bereit.

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Die Gegendemonstranten ziehen gleich durch Köln, berichtet unser Reporter Frank Gerstenberg. Es geht Richtung Gewerkschaftshaus am Hans-Böckler-Platz in Ehrenfeld. Bei ihnen ist die Stimmung sehr ruhig.

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Weitere Redner heizen die Stimmung auf dem Breslauer Platz an. Ein Sprecher sagt: "Je mehr Muslime nach Deutschland kommen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie die Scharia errichten werden." Die Geschichte werde Angela Merkel nicht vergeben.

Michael Mannheimer von PI-News: "Was wir erlebt haben, ist der Beginn eines Bürgerkriegs." Er schlägt heftige Töne an. Die Flüchtlinge importierten den Islam als eine "totalitäre, antiliberale und frauenfeindliche Religion".

Schließlich nimmt Mannheimer Bezug auf die Geschehnisse der Kölner Silvesternacht: Diese seien "das erste Pogrom nach 1945 auf deutschem Boden". Schuld sei Angela Merkel, "die schlimmste Kanzlerin seit Adolf Hitler. Im Anschluss ruft er zur "Vernichtung" der Antifa auf - unter lautem Gejohle. Der Islam müsse verboten werden.

Weitere Schmähkritik in Richtung der Regierung: "Der moderne Nazi ist nicht braun, sondern bunt. Und sein Ziel ist der Genozid am eigenen Volk."

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1300 Pegida-Demonstranten, rund 1700 Gegendemonstranten: Ein friedlicher Flash-Mob steht den Islamgegnern in der Kölner Innenstadt gegenüber. Gänzlich ruhig ist die Stimmung allerdings nicht: Die Atmosphäre ist aufgeheizt. Einem Bericht des "Kölner Stadtanzeigers" zufolge griffen Pegida-Anhänger einen Kameramann an, die Polizei musste eingreifen.

Pegida-Anhänger attackieren ein Kamera-Team – aufgenommen von unseren Kollegen von Köln.tv . Die Demonstration auf dem Breslauer Platz im News-Ticker: http://goo.gl/Tm86Zs (apa; Video: Laudam)

Posted by KSTA on Saturday, 9 January 2016

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Trotz massiver Präsenz von Gegendemonstranten hat die Demo der Pegida-Anhänger begonnen. Nach offizieller Schätzung nehmen rund 1300 Demonstranten teil. Sie haben sich auf dem Breslauer Platz neben dem Kölner Hauptbahnhof formieren können. Zwischen den Islam-Gegnern und ihren Widersachern liegen rund 100 Meter.

Die Demonstranten skandieren die bekannte Parole "Merkel muss weg!", im Pulk sind Reichskriegsflaggen zu sehen.

Der Organisator des Aachener Pegida-Ablegers spricht in staatstragendem Ton: "An Silvester hat vor allem Merkel die Quittung für ihre Blauäugigkeit bekommen. Denn Sie, Frau Merkel, haben mit Ihrer Inkompetenz unser aller Leben und unsere Freiheit schamlos riskiert." Die Menge jubelt.

Ein Teilnehmer ruft während der Rede in Bezug auf Merkel: "Weg mit der Hure!"

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Der Breslauer Platz füllt sich von allen Seiten mit Demonstranten - allerdings nicht mit Pegida-Anhängern: Sie sollten von 14 bis 16.30 Uhr auf dem Breslauer Platz demonstrieren. Doch der Platz gehört jetzt den Anti-Rassisten und Anti-Sexisten.

Scharf greift indes die Polizei durch: "Focus Online"-Reporter Frank Gerstenberg berichtet, er sei von einem Schäferund am rechten Arm angefallen worden - dieser trug glücklicherweise einen Maulkorb. Mittlerweile ist der Ausgang des Bahnhofs zum Breslauer Platz abgeriegelt.

Huffington-Post-Reporter schätzt die Zahl der Pegida-Demonstranten auf rund 500. Argumentiert wird - wie nicht anders zu erwarten - mit Plattitüden:

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Feline, 22, aus Düsseldorf: "Sexismus wurde nicht importiert, ihn gab es schon vor der Silvesternacht in Köln. Kommunikation mit Flüchtlingen, Aufklärung statt Hetze ist nötig.

Anke aus Dormagen: "Die Übergriffe in der Silvesternacht sind erschreckend. Trotzdem darf das nicht dazu führen, dass die Flüchtlinge allgemein abgelehnt werden."

Jonas, 22, aus Köln: "Ich bin heute hier, weil ich das Gefühl habe, dass man etwas tun muss. Man muss plötzlich für selbstverständliche Positionen einstehen. Für Respekt und Toleranz und Akzeptanz."

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Der Bahnhofsplatz in Köln beginnt sich zu füllen. Davor stehen zahlreiche Einsatzwagen bereit, auch Wasserwerfer fahren auf. Teilnehmer eines Flashmobs halten Transparente mit Aufschriften wie "Gegen Gewalt gegen Frauen und Rassismus aller Art" hoch, pfeifen und trommeln.

Vor und im Kölner Hauptbahnhof stehen überall Polizisten. Am Breslauer Platz formieren sich erste Pegida-Anhänger, während die Flashmob-Demonstranten Richtung Ebertplatz ziehen.

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