POLITIK
09/01/2016 13:52 CET | Aktualisiert 09/01/2016 18:11 CET

CDU-Vize Klöckner nach Übergriffen in Köln: "Müssen uns um Männer aus Macho-Ländern kümmern"

dpa

Die Bestürzung über die Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ist noch immer groß. Politiker suchen nach Lösungsansätzen, um derartige Kontrollverluste von Seiten der Polizei künftig zu verhindern.

Für die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner steht fest: Deutschland braucht eine bessere Integrationspolitik - vor allem bei den männlichen Neuankömmlingen. "Um Männer, die aus Macho-Ländern kommen, müssen wir uns besonders kümmern", sagte sie am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es müsse klar kommuniziert werden, was hier von den Männern erwartet werde: "Sie müssen kapieren, dass Deutschland ein aufgeklärtes Land ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt, gleich viel wert sind." Klöckner betonte: "Männer mit muslimischem, arabischem Hintergrund haben häufig ein anderes Frauenverständnis als wir. Daher brauchen wir eine Integrationspolitik, die diesen Namen auch verdient. Das geht nicht mit Multikulti-Larifari."

Unter Macho-Staaten versteht die CDU-Politikerin vor allem Länder aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum. "Ich spreche von Männern, die ein sehr männlich-dominiertes Umfeld gewohnt sind. Von Männern, die aus einem patriarchalischen System kommen, in dem Frauen weniger wert sind und nur dann als ehrbar gelten, wenn sie sich verhüllen", sagte sie der Mediengruppe.

Laut Klöckner darf man aber nicht alle Männer aus diesen Regionen in einen Topf werfen. Männer, die Frauen für unrein hielten und ihnen die Hand nicht geben wollten, seien "nicht automatisch gewaltbereit", sagte sie. "Aber das Denkmuster ist problematisch, dass Frauen nicht die gleichen Freiheiten und Rechte hätten. Schlichtere Gemüter glauben dann, sobald sie westlich gekleidete Frauen sehen, sie abschätzig behandeln zu können und das kann dann für wieder andere die Vorstufe von Gewalt sein."

In der Silvesternacht war es in Köln massenhaft zu Überfällen und sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen. Sie ereigneten sich am Hauptbahnhof und in dem Gebiet um den Bahnhof herum. Bis dato sind über 200 Anzeigen bei der Polizei Köln eingegangen. Mindestens eine Frau wurde Opfer einer Vergewaltigung.

Auch auf HuffPost:

Nach Köln: ZDF-Moderatorin begeistert Tausende mit ehrlichem Facebook-Post

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft