POLITIK
08/01/2016 18:41 CET

"Wollen keine westdeutschen Verhältnisse": Riesas Oberbürgermeister spricht Klartext zur Flüchtlingskrise

dpa

Man kann nicht gerade behaupten, dass der Osten Deutschlands zuletzt geglänzt hätte.

Vor allem die Flüchtlingskrise hat aus vielen Regionen in Sachsen, Thüringen & Co. im vergangenen Jahr eine Art Zuhause für die neuen Feierabend-Rassisten gemacht.

Keine Frage: Fremdenhass ist heute mehr denn je ein Problem in nahezu allen Gegenden der Republik.

Wer jedoch wissen will, wo der demokratische Lack in Deutschland am dünnsten ist, hat gute Chancen, Antworten in Ostdeutschland zu finden. Brennende Flüchtlingsheime, keifende Pegida-Anhänger, bedrohte Politiker - in Freital, Heidenau und Tröglitz brannte es 2015 lichterloh.

CDU-Politiker Marco Müller hat ganz andere Sorgen. Der Oberbürgermeister der sächsischen Stadt Riesa hat Angst vor westdeutschen Verhältnissen.

Dafür sind die Leute 1989 nicht auf die Straße gegangen

Gefragt nach der Sicherheit der Bürger in Zeiten der Flüchtlingskrise sagte Müller der "Sächsischen Zeitung": "Die Riesaer wollen keine Verhältnisse wie in westdeutschen Großstädten haben, wo sich die Polizei in bestimmte Gebiete nicht mehr hintraut und sich rechtsfreie Räume gebildet haben."

Vorfälle wie jetzt in Köln oder Hamburg verschärften das Thema noch, fügte der CDU-Politiker hinzu. "Dafür sind die Leute 1989 nicht auf die Straße gegangen. Sie haben uns Freiheit und Demokratie erkämpft – und den Rechtsstaat."

Darunter sind auch viele funktionale Analphabeten

Müllers konkrete Forderung: Deutschland müsse die Grenzen der Toleranz auf ein vernünftiges Maß zurückführen, sagte der Risear OB.

"Tricksereien mit Papieren, Betrug, Sachbeschädigung, Diebstähle, Raub und sexuelle Übergriffe dürfen nicht relativiert und nicht hingenommen werden. Wahr ist auch, dass wir durch die bislang zu uns gekommenen Asylbewerber kaum den Fachkräftemangel lösen werden. Darunter sind viele funktionale Analphabeten, aber nur zehn Prozent Akademiker."

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