POLITIK
08/01/2016 11:18 CET | Aktualisiert 08/01/2016 14:39 CET

Paris-Attentäter: Sein Versteck in Belgien wurde gefunden

dpa
In Brüssel wurde das Versteck der Paris-Attentäter gefunden.

Polizisten haben in Brüssel das Versteck von Salah Abdeslam gefunden. Er war einer der Attentäter von Paris. Die Ermittler fanden in der Wohnung auch Sprengstoff. Die Wohnung beschreibt der Staatsanwalt als "Bomben-Fabrik" für die Anschläge in Paris.

Die Durchsuchung hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Brüssel schon am 10. Dezember stattgefunden. Sie liegt in einem gewöhnlichen Mehrfamilienhaus. Die Wohnung unter falschem Namen angemietet. Abdeslam ist seit Anschlägen auf der Flucht. Bei einer Autokontrolle kurz nach den Anschlägen ging er der Polizei aber durchs Netz.

Die Staatsanwaltschaft teilte darüber hinaus mit, bei einer Razzia Anfang Dezember seien Spuren eines flüchtigen Verdächtigen der Terroranschläge entdeckt worden. Es seien Fingerabdrücke des mutmaßlichen Mittäters Salah Abdeslam sowie drei selbst hergestellte Gürtel gefunden worden, die zum Transport von Sprengstoff hätten benutzt werden können. Salah Abdeslam soll bei den Angriffen für die Logistik zuständig gewesen sein.

Die Polizei habe zudem Material zur Herstellung von Sprengstoff sowie Spuren des hochexplosiven Acetonperoxid gefunden, hieß es. Die Durchsuchung der Wohnung in der Brüssler Gemeinde Schaerbeek habe bereits am 10. Dezember stattgefunden. Das Appartement sei von einer Person mit falscher Identität gemietet worden. Diese falsche Identität könne von einer der zehn Verdächtigen genutzt worden sein, die in Belgien in Zusammenhang mit den Anschlägen vom 13. November in Paris festgenommen worden seien.

Unter den Angreifern waren drei Selbstmordattentäter, darunter Abdeslams Bruder Brahim. Einige der Attentäter von Paris hatten in Belgien gewohnt, darunter der mutmaßliche Drahtzieher der Angriffe, Abdelhamid Abaaoud. Er war im November bei einer Razzia in Paris von der Polizei getötet worden.

Der Terror in der französischen Hauptstadt hatte schon Anfang vergangenen Jahres vorher begonnen: Am 7. Januar 2015 hatten islamistische Terroristen die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" angegriffen und zwölf Menschen ermordet. Bei Attacken auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt an den beiden folgenden Tagen kamen fünf weitere Menschen um. Seither ist Frankreich in Alarmbereitschaft.

Am Donnerstag hatte es am Jahrestag des Angriffs auf die Satirezeitschrift einen Zwischenfall gegeben. Ein Mann mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels hatte eine Polizeiwache in Paris angegriffen und war dort erschossen worden.

Der Pariser Staatsanwalt François Molins sagte, die Ermittler seien sich über die wahre Identität des Mannes unsicher. Er habe einen Zettel mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis, einem Emblem der Terrormiliz Islamischer Staat und seinem Namen bei sich gehabt. Demnach soll er Tunesier sein. Er habe auch ein Telefon mit einer deutschen SIM-Karte gehabt.

Mit dpa-Material.

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