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08/01/2016 11:07 CET | Aktualisiert 08/01/2016 12:19 CET

Missbrauchs-Skandal: Mehr Regensburger Domspatzen misshandelt als bisher bekannt

Armin Weigel/dpa
Die Recherche-Ergebnisse von Rechtsanwalt Ulrich Weber wird Domkapellmeister Roland Büchner (Bild) vermutlich schockiert haben. (Archivbild)

Bei den Regensburger Domspatzen hat es wesentlich mehr Misshandlungsfälle gegeben als bisher angenommen. Das sagte der von Bistum und Chor mit der Klärung des Skandals beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber der "Süddeutschen Zeitung".

Mindestens 200 Kinder seien von Priestern und Lehrern des Bistums von den 1950er bis in die 1990er Jahre hinein verprügelt und darüber hinaus etliche Kinder sexuell missbraucht worden. Das ergaben Webers Recherchen.

Die Kirchenleute hätten teils regelmäßig misshandelt, auch Vergewaltigungen habe es gegeben. Details wollte Weber an diesem Freitag in Regensburg vorstellen.

Webers Zahlen sind deutlich höher als diejenigen, die das Bistum Regensburg im Zuge seiner eigenen Nachforschungen vor rund einem Jahr öffentlich gemacht hatte.

Im vergangenen Februar hatte das Bistum mitgeteilt: Es lägen Berichte von 72 früheren Mitgliedern des weltberühmten Chors aus den Jahren 1953 bis 1992 vor, die so schwer geschlagen worden seien, dass von Körperverletzung auszugehen sei. Die Kirche hatte zudem angekündigt, jedem von ihnen eine Entschädigung von 2500 Euro zu zahlen.

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