LIFESTYLE
07/01/2016 14:19 CET | Aktualisiert 08/01/2016 05:55 CET

Eklig oder wundervoll? Dieses Foto eines Babys spaltet die Gemüter

Die Geburt eines Kindes ist für viele zu einer Sache geworden, die am liebsten möglichst schnell abgehakt wird. Es herrsche zunehmend die Haltung, eine Geburt als einen völlig plan- und kalkulierbaren Akt zu sehen, findet auch Professor Barbara Maier, Leiterin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Wiener Wilhelminenspital.

"In unserer Gesellschaft herrscht so etwas wie eine Geburtsvergessenheit", sagte Maier dem "Kurier". Andere Kulturen hingegen zelebrieren Schwangerschaft, Geburt und die kostbaren Tage nach der Entbindung auf besondere Weise. Die Maori aus Neuseeland schreiben zum Beispiel der Plazenta eine wichtige Bedeutung zu. Sie einfach zu entsorgen, würde für sie nicht in Frage kommen.

Was die einen eklig finden, ist für andere wundervoll natürlich - und so spaltet ein Bild der Fotografin Emma Jean gerade die Gemüter. Zu sehen ist ein Maori Baby, das nach der Geburt noch über seine Nabelschnur mit der Plazenta verbunden ist. "Wie habt ihr eure Plazenta geehrt?", fragt Jean.

Welcome earthside sweet little HarperAs a Maori baby his placenta will now be returned to the land. The word 'whenua'...

Posted by Emma Jean Photography on Saturday, January 2, 2016


Zu dem Bild erklärt die Fotografin auch etwas über die Tradition der Maori:

"Als Maori Baby wird seine Plazenta jetzt an die Erde zurückgegeben. Das Wort 'whenua' bedeutet sowohl Plazenta als auch Land. Whenua (Plazenta) wird an whenua (Land) zurückgegeben zusammen mit dem pito (Nabelschnur). Es ist die Verbindung zwischen dem Neugeborenen und papatuanuku (Mutter Erde). Durch diese Verbundenheit erfüllt jedes Individuum die Rolle eines Kurators für papatuanuku (Mutter Erde) und das hält ein Leben lang."

Die Maori benutzen dasselbe Wort für "Plazenta" und "Erde", weil beide fähig sind, die Menschen zu nähren - sowohl in physischer als auch in emotionaler und spiritueller Hinsicht. Es zeigt die tiefe Verbindung der Maori zur Natur.

Die Plazenta wird nach der Geburt auf dem Grundstück der Familie vergraben. Einige pflanzen Bäume darüber, die an die genaue Stelle erinnern sollen.

Auch wenn ein solches Bild eines Neugeborenen in unserer Kultur eher ungewöhnlich erscheint - viele Reaktionen, die Jean auf das Foto bekommen hat, waren positiv. "Es zeigt, dass die Menschen immer noch nach einer Verbindung suchen."


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