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Droht jetzt der Straßenkrieg in Deutschland? Selbsternannte Bürgerwehr will Frauen beschützen

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KOELN
Polizisten vor dem Hauptbahnhof in Köln | Getty
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Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof und in anderen Städten läuft die Aufklärung an. Viele Fragen sind noch gar nicht geklärt: Wie viele Opfer waren es wirklich? Waren unter den Tätern, wie teils vermutet, Asylbewerber? Es wird dauern, bis über das Drama Gewissheit besteht.

Für manche allerdings sind die Sex-Attacken längst geklärt - und schreien nach Konsequenzen. So hat sich in Düsseldorf, wo ähnliche Ereignisse berichtet wurden, eine Art Bürgerwehr auf Facebook formiert, wie die "Rheinische Post" berichtet.

In nur einem Tag habe die Gruppe mit dem Namen "Düsseldorf passt auf" mehr als 1000 Mitglieder gesammelt. Und dabei geht es nicht nur darum, Solidarität mit den Opfern zu zeigen.

Die Facebook-Mitglieder wollen zur Tat schreiten: "Die Idee ist gemeinsam an Wochenenden bzw. An diversen Veranstaltungs tagen durch die Stadt zu ziehen", heißt es auf der Seite (Rechtschreibfehler im Original). Dies solle, schrieben die Macher der Seite, "mit Präsenz und Gewaltlosigkeit" geschehen. Sie wollten zeigen, dass "so etwas in unserer schönen Stadt absolut nicht toleriert wird".

Ein politisches Ziel weisen die Urheber von sich. Ihnen sei nur wichtig, die "Stadt für unsere Damen sicherer zu machen". Die Idee, sich zu formieren und in der Stadt die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, klingt allerdings sehr nach einer selbst ernannten Bürger-Polizei.

Die echte Polizei indessen schätzt das Vorhaben wenig. "Für die öffentliche Sicherheit ist in Deutschland die Polizei zuständig", stellt ein Sprecher des Düsseldorfer Polizeipräsidiums gegenüber der Zeitung klar. Straftäter dingfest zu machen, diese Aufgabe falle Uniformträgern zu - das "ist nicht Sache des Bürgers".

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