WIRTSCHAFT
07/01/2016 10:43 CET | Aktualisiert 07/01/2016 10:44 CET

Einzelhandel: Beste Jahresumsätze seit 1994

Dan Dalton via Getty Images
Wir Deutschen sind in Kauflaune - dadurch sind die Umsätze so hoch wie vor 20 Jahren.

Wir sind in Kauflaune - und das hat den deutschen Einzelhändlern das stärkste Geschäftsjahr seit mehr als 20 Jahren beschert. 2,8 bis 3,1 Prozent Umsatzplus sowohl preisbereinigt (real) wie nominal wären die höchste Steigerungsrate seit 1994. Das hat das Statistische Bundesamt anhand der Daten bis einschließlich November 2015 hochgerechnet.

Denn schon für die ersten elf Monate des abgelaufenen Jahres ergab sich mit 2,8 Prozent die höchste reale Umsatzsteigerung seit Mitte der 90er Jahre, wie die Wiesbadener Behörde am Donnerstag mitteilte.

Das sechste Jahr in Folge mit Umsatzplus

Seit dem Rezessionsjahr 2009 geht es für die Branche stetig aufwärts. 2015 war somit das sechste Jahr in Folge mit einem Umsatzplus. 2014 hatten Deutschlands Einzelhändler real 1,2 Prozent und nominal 1,6 Prozent mehr erlöst als ein Jahr zuvor.

Im November setzte der Einzelhandel nach vorläufigen Ergebnissen des Bundesamtes real 2,3 Prozent und nominal 2,8 Prozent mehr um als im November des Vorjahres - bei jeweils 25 Verkaufstagen. In dem Monat gewinnt das Weihnachtsgeschäft an Fahrt, das traditionell die Kassen der Händler kräftig klingeln lässt.

November "schlechter" als gedacht

Bankvolkswirte hatten allerdings für den November mit noch besseren Geschäften der Händler gerechnet. Von Oktober auf November 2015 erhöhten sich die Erlöse im Einzelhandel kalender- und saisonbereinigt real um 0,2 Prozent und nominal um 0,3 Prozent.

Seit Monaten ist der Konsum die wichtigste Stütze der deutschen Konjunktur - die Gründe:

  • Wegen der niedrigen Sparzinsen geben viele Verbraucher ihr Geld lieber aus, als es auf die hohe Kante zu legen.
  • Gesunkene Energiepreise entlasten die Haushalte zusätzlich: Wer weniger Geld fürs Tanken und Heizen ausgeben muss, hat mehr zum Einkaufen übrig.
  • Von Lohnerhöhungen bleibt in Zeiten niedriger Inflationsraten unter dem Strich mehr im Geldbeutel übrig. Auch das stärkt die Kaufkraft.

Ökonomen erwarten, dass der Konsum auch 2016 die tragende Säule des deutschen Wirtschaftswachstums sein wird.

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