POLITIK
06/01/2016 13:24 CET | Aktualisiert 06/01/2016 14:29 CET

5 Gründe, warum Kim Jong-Un und seine angebliche Wasserstoffbombe eine Gefahr für die Welt sind

Nordkoreas Fernsehprogramme sind derzeit damit beschäftigt, eine Meldung in die Welt zu senden: Unter der persönlichen Leitung von Staatschef Kim Jong Un sei es gelungen, einen Wasserstoffbombe zu testen.

Niemand kann derzeit mit Gewissheit sagen, ob es sich dabei nicht einfach nur um einen gigantischen Propagandacoup handelt.

Und doch zeigt Kim Jong Un damit einmal mehr, wie unberechenbar er ist. Noch vor wenigen Tagen beweinte er den Tod seines Beraters Kim Yong-Gan, der als Hoffnungsträger für eine Aussöhnung mit Südkorea galt. Heute dann die Nachricht vom vermeintlichen Atomtest, die nicht nur in Seoul Besorgnis erregt.

Die Huffington Post nennt fünf Gründe, warum die Nachricht von dem angeblichen Test so gefährlich ist.

1. Noch ist unklar, ob Nordkorea tatsächlich der Test einer Wasserstoffbombe geglückt ist

Zwar wurde eine seismische Aktivität im Norden des Landes registriert. Die fiel jedoch mit einer Stärke von 5,1 auf der Richterskala etwa genauso stark aus wie bei früheren Tests von Kernwaffen.

Die Explosion einer Wasserstoffbombe jedoch müsste wegen ihrer riesigen Sprengkraft weit größere Erschütterungen auslösen. In jedem Fall aber scheint klar, dass Pjöngjang einen weiteren Atomtest unternommen hat.

2. Die Provokation jedoch ist gelungen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berief noch für diesen Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung ein. Offenbar nimmt die UNO den Test und die Äußerungen des Kim-Regimes durchaus ernst.

Auch Japan reagierte besorgt. „Das ist eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes“, sagte Premierminister Shinzo Abe. In Südkorea soll heute der nationale Sicherheitsrat tagen.

3. Der Test einer Wasserstoffbombe spräche für die technischen Fähigkeiten des Kim-Regimes

Eine einfach strukturierte Kernwaffe, so wie sie in Hiroshima mit einer Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT eingesetzt wurde, ist nach dem „Gun-Design“ aufgebaut. Vereinfacht gesagt werden dabei mit einer Sprengladung zwei Kernstoff-Körper ineinander „geschossen“, dass eine Kettenreaktion geschieht.

Bisher war man davon ausgegangen, dass Nordkorea kaum in der Lage sein würde, ein komplexeres und weit gefährlicheres Design zu konstruieren.

Womöglich geht es Kim Jong-Un genau darum, diese Botschaft zu transportieren. Egal, ob ihn nun der Test einer Wasserstoffbombe geglückt wäre oder nicht.

4. Die Wasserstoffbombe wäre so etwas wie eine Mega-Aufrüstung

Eine Wasserstoffbombe besteht aus einer herkömmlichen Nuklearwaffe, mit der eine Kernfusion erzeugt wird. Die Explosionskraft, die dadurch freigesetzt wird, ist durchschnittlich etwa 20 bis 50 mal größer als bei einer Atombombe, kann aber bis zu 200 mal so groß sein.

Anders gesagt: Mit einer einzigen Wasserstoffbombe kann man ganze Metropolen förmlich ausradieren.

Davon betroffen wäre vor allem Südkorea. Die Metropolregion Sudogwon mit über 25 Millionen Einwohnern grenzt direkt an Nordkorea. Die Hauptstadt Seoul bildet mit zehn Millionen Menschen das Zentrum von Sudogwon, kaum eine Autostunde von Nordkorea entfernt.

5. Der Konflikt zwischen China und Nordkorea verschärft sich

Einst waren China und Nordkorea „Bruderstaaten“, wie es im realsozialistischen Duktus hieß. Doch diese Zeiten sind längst vorbei.

Beim Test der ersten nordkoreanischen Atombombe im Jahr 2006 hatte das Regime des damaligen Staatschefs Kim Jong-Il noch 20 Minuten vor der Detonation die chinesische Führung informiert. Dieses Mal war dies nicht der Fall.

Nordkorea ist der letzte stalinistische Staat der Welt. Kim Jong-Un herrscht über ein streng totalitäres, kommunistisches Regime, das sich durch gewaltsame Repressionen und einen mit Mitteln der Vernunft kaum zu begreifenden Personenkult auszeichnet.

China dagegen hat sich in den vergangenen 25 Jahren wirtschaftlich modernisiert. Die Lebensrealitäten in den beiden Nachbarländern klaffen mittlerweile unfassbar weit auseinander.

Kim Jong-Un gilt in Peking als unberechenbar. Und der vermeintliche Test einer Wasserstoffbombe wird auch in China als Gefahr für den Frieden erkannt.

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