POLITIK
06/01/2016 18:27 CET | Aktualisiert 06/01/2016 22:15 CET

Merkel versus Seehofer: Obergrenze für Flüchtlinge bleibt zwischen CSU und CDU umstritten

Thomas Lohnes via Getty Images
KARLSRUHE, GERMANY - DECEMBER 15: Horst Seehofer, head of Bavarian Christian Democrats (CSU) and Governeur of Bavaria speaks while the face of German Chancellor and Chairwoman of the German Christian Democrats (CDU) Angela Merkel is seen on the screen behind him at the annual CDU federal congress on December 15, 2015 in Karlsruhe, Germany. The CDU is meeting following a dramatic year in which Germany admitted approximately one million migrants and refugees under an open-door policy spearheaded

Der Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Tagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth hat keine Annäherung in der Streitfrage einer Obergrenze für Flüchtlinge gebracht. "Es konnte aber nicht erwartet werden, dass wir jetzt in ein oder zwei Stunden hier in Kreuth plötzlich einen völligen Konsens haben", sagte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer am Mittwochabend im "Heute Journal" des ZDF.

Der Bayer war aber bemüht, den Streit zwischen den Schwesterparteien nicht noch weiter zu verschärfen. "Es war ein vernünftiges Gespräch, es war ein kollegiales Gespräch", fügte der bayerische Ministerpräsident hinzu.

Er machte zugleich deutlich, dass seine Partei an ihrer Forderung festhält, den Flüchtlingszuzug in diesem Jahr auf 200 000 Menschen zu begrenzen. "Wir werden weiter unser Ziel verfolgen. Uns bestärkt die Haltung der Bevölkerung. Uns bestärkt die tägliche Flüchtlingszahl, die wir hier in Bayern erleben." Merkel lehnt es ab, eine nationale Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen festzulegen.

Angela Merkel hat der CSU-Forderung nach einer Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen in diesem Jahr eine neuerliche Absage erteilt. "Es gibt einige unterschiedliche Positionen. Das wird sich auch heute in der Diskussion wahrscheinlich nicht ändern", sagte die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin am Mittwoch nach ihrem Eintreffen bei der CSU-Klausur in Wildbad Kreuth, ohne auf die Position von CSU-Chef Horst Seehofer näher einzugehen.

Anders als beim CSU-Parteitag im November betonte Merkel jedoch auch die Übereinstimmung auf vielen anderen Politikfeldern: "Aber ich will auch hervorheben: CDU und CSU haben weit mehr gemeinsame Positionen."

CSU-Chef Horst Seehofer fordert eine Obergrenze von etwa 200 000 Flüchtlingen in diesem Jahr. Die Kanzlerin bekräftigte, dass sie eine "spürbare Reduzierung" wolle, nannte aber keinen Zeitrahmen. Merkel nahm erstmals an der CSU-Klausur in Kreuth teil. Diese findet seit 40 Jahren statt.

Auch auf HuffPost:

Das ist Putins neue Geheimwaffe und sie lebt

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.