POLITIK
06/01/2016 12:01 CET | Aktualisiert 06/01/2016 19:55 CET

Wie die AfD Köln für rassistische Hetze missbraucht

ASSOCIATED PRESS
Wie Köln für rassistische Hetze missbraucht wird

Dieser Satz auf der Pressekonferenz zur Gewalt von Köln hat eine Hasswelle im Internet ausgelöst: "Die meisten der offenbar aus Nordafrika und dem arabischen Raum stammenden Männer hatten keine Papiere bei sich und sprachen auch kein Deutsch."

Der Hass richtet sich vorrangig gegen Asylbewerber, die pauschal für die Vorfälle verantwortlich gemacht werden. Aber auch gegen Muslime im Allgemeinen oder Kanzlerin Angela Merkel, die sich für eine Willkommenskultur einsetzt.

Die Hasser ignorieren, was die Politiker fordern: Die Täter der Silvesternacht gehörten gefasst und bestraft, aber man dürfe deshalb keine Schlüsse auf alle Flüchtlinge zulassen. Heißt: Auf die Angreifer darf geschimpft, aber nicht verallgemeinert werden.

Jetzt hat auch der Justizminister Stellung zu den "feigen und abscheulichen" Übergriffen in Köln genommen:

Posted by tagesschau on Dienstag, 5. Januar 2016

Zu Wort melden sich jene, die zuvor schon versucht haben, aus Fremdenfeindlichkeit Kapital zu schlagen: Darunter etwa die „Pegida Baden-Württemberg“. Auf deren Facebook-Seite fordert ein User die Rückkehr Adolf Hitlers: "Wir brauchen wieder einen Politiker aus Österreich.“ Auch Pegida-Gründer Lutz Bachmann selbst schaltet sich ein und will belegen, dass es sich nicht um Einzelfälle handele. Der NDP-Vorsitzender Frank Franz behauptet, man erlebe erst den „Anfang einer Welle von Gewalt gegen Deutsche“.

Was bei Franz anklingt, formuliert die „Alternative für Deutschland“ klar: Merkel sei schuld.

"Bei der Polizei melden sich 80 Menschen, die angeben, Opfer von Straftaten geworden zu sein. 60 Anzeigen wegen...

Posted by Alternative für Deutschland AfD on Dienstag, 5. Januar 2016

Einige, die sich dem Hass entgegenstellen, werden selbst angegangen: Frauen, die beschwichtigen wollen, bekämen zu hören: "Wir hoffen, dass dir auch sowas passiert." Medien, die Hasskommentare von ihren Diskussionsseiten löschen, werden der Zensur beschuldigt.

Klar ist, dass die Probleme thematisiert, die Ursachen erforscht und eine Wiederholung verhindert werden muss. Verallgemeinerungen aber helfen sicher nicht. Die Satiresendung "Extra 3" hat das in einem Facebook-Post auf den Punkt gebracht:

Köln, Hamburg, überall

Posted by Extra 3 on Dienstag, 5. Januar 2016

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