POLITIK
05/01/2016 12:25 CET | Aktualisiert 18/01/2016 13:24 CET

CDU-Vize Klöckner über die Silvester-Übergriffe in Köln: "Wer gegen unser Recht verstößt, muss mit Folgen rechnen"

dpa

Nach einer Reihe von Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht hat die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner in einem Interview über die Erniedrigung von Frauen in bestimmten Kulturkreisen gesprochen.

"Kein kultureller Hintergrund rechtfertigt das Überschreiten bestimmter Rechtsstaatsgrenzen, die Erniedrigung von Frauen", sagte sie am Dienstag "Focus Online".

In unserem Land sind Männer und Frauen gleichberechtigt

"Und wenn manche Männer es aus ihrem Heimatland auch anders gewohnt sind: In unserem Land sind Männer und Frauen gleichberechtigt und es gelten Persönlichkeitsrechte", fügte Klöckner hinzu.

Sie ignoriere nicht, dass es auch Übergriffe auf Frauen von deutschen Männern gibt, merkte die CDU-Politikerin an. "Aber dieses Massenphänomen wie in Köln hat eine andere Dimension und neue negative Qualität."

Es geht nicht nur um Strafverfolgung, sondern auch um Prävention - und letztlich um Gerechtigkeit

Klöckner ist der Ansicht, dass es legitim ist, nach den Ereignissen aus der Kölner Silvester-Nacht die Herkunft der mutmaßlichen Täter zu benennen.

"Wenn in dieser massiven Form Übergriffe organisiert worden sind und es wohl evident ist, dass diese Übergriffe von mutmaßlichen Tätern eines bestimmten Kulturkreises verübt wurden, dann gehört das dazu", sagte sie.

"Auch um der Ursache auf den Grund zu gehen, um vorbereitet zu sein, dass so etwas nicht noch mal passiert. Es geht nicht nur um Strafverfolgung, sondern auch um Prävention - und letztlich um Gerechtigkeit."

In einem Rechtssaat gehe es nicht primär um Emotionen nach dem Motto, wir haben es schon immer gesagt, sondern um die Einhaltung unseres Rechts, sagte die CDU-Frau.

"Und wer dagegen verstößt, muss mit Folgen rechnen. Da darf der kulturelle Hintergrund weder Anlass für Scheuklappen noch für Hetze sein." Deutschland mache sich etwas vor, wenn man glaube, dass Heilige ins Land kommen, sagte sie.

"Es sind Menschen mit allen Facetten. Es ist ja nicht so, dass keine Straftaten von deutschen Staatsbürgern begangen werden. Wir machen uns gewiss etwas vor, wenn wir glauben, Integration sei die Addition von Vielfalt und wertneutralem Multikulti."

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