POLITIK
02/01/2016 16:10 CET | Aktualisiert 02/01/2016 16:54 CET

Als die Deutschen noch schliefen, zogen Muslime aus, um etwas zurückzugeben

Es gibt viele falsche Vorurteile über Muslime. Aber glücklicherweise auch genug Geschichten, die zeigen, dass hinter diesen Vorurteilen nicht viel Wahres steckt.

So auch die Geschichte hinter einem Facebook-Post, der gerade für Aufmerksamkeit sorgt. Der Nutzer Mauli Maulfrosch veröffentlichte zwei Fotos von Flüchtlingen, die am Neujahrsmorgen mit Besen und Mülltüten durch die Herforder Innenstadt zogen. Dazu schrieb er:

01.01.2016 08:29 Uhr, es regnet und zirka 20 geflüchtete Menschen ziehen durch Herfords Innenstadt. Junge Männer im Alter zwischen 18 und 30 sowie einige Kinder. Ausgestattet mit Besen, Schaufeln und Mülltüten, um die Innenstadt von zerbrochenen Flaschen, den Überresten des Feuerwerks und allem anderen, was beim Feiern so hinterlassen wird, zu säubern. Eine ganz tolle Geste. Nur schade, dass noch 95% der Menschen schlafen und das nicht sehen konnten.

01.01.2016 08:29 Uhr, es regnet und zirka 20 geflüchtete Menschen ziehen durch Herfords Innenstadt. Junge Männer im...

Posted by Mauli Maulfrosch on Friday, January 1, 2016


Eine wirklich schöne Geste. Und: Nicht nur in Herford haben Muslime geholfen, den Silvester-Müll zu beseitigen. Auch in Hannover, Frankfurt, Gießen, Chemnitz und vielen anderen Städten traten sie an - in diesem Jahr waren auch viele Flüchtlinge dabei.

Bei den Freiwilligen handelt es sich zum großen Teil um Mitglieder der Khuddam-ul-Ahmadiyya – der Jugendorganisation des muslimischen Vereins Ahmadiyya Muslim Jamaat. Der Verein hatte in ganz Deutschland zu der Reinigungsaktion aufgerufen, die inzwischen schon Tradition hat: In Frankfurt fand das Neujahrs-Fegen jetzt schon zum 15. Mal statt, in Hannover bereits zum 19. Mal.

"Wir wollen versuchen, der Stadt symbolisch etwas zurückzugeben", sagte Helfer Tahir Imam der "Frankfurter Rundschau".

Viele Freiwillige wollen mit ihrem Einsatz ein Zeichen für Integration setzten, andere wollen Loyalität zu ihrer Stadt bekunden.

Eine tolle Aktion, von der Deutsche noch etwas lernen können.

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