POLITIK
01/01/2016 16:57 CET | Aktualisiert 02/01/2016 10:01 CET

Kriminalpsychologe: „Putin ist zumindest primär kein Psychopath"

ALEXEY DRUZHININ via Getty Images
Putin.

Ist Wladimir Putin ein irrer Psychopath? Diese Frage stellten sich im vergangenen Jahr angesichts der russischen Ukraine-Invasion und Putins Atomwaffen-Drohungen viele Menschen in Deutschland. Der Darmstädter Kriminalpsychologe Jens Hoffmann gibt nun eine teilweise Entwarnung. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, Putin sei "zumindest primär kein Psychopath".

Für einen Psychopathen habe der russische Präsident zu viele emotionale Bindungen, für einen Narzissten sei er zu stabil. "Er ist der dominante Typ. Er will leader of the pack sein", so Hoffmann gegenüber der SZ. Bei Menschen wie Putin dürfe man niemals die Machtfrage stellen. "Es war ein großer Fehler von Obama, Russland als Regionalmacht zu bezeichnen." Dies sei eine "völlig unnötige Einladung zur Eskalation" gewesen.

So testete Putin Merkel

Anders als vor so manchem anderen Staatschef hat Putin dem Psychologen zufolge Respekt vor Angela Merkel. 2014 brachte Putin zu einem Treffen mit der Bundeskanzlerin seinen riesigen Hund mit. So habe er Merkels Reaktion getestet, ist sich Hofmann sicher: "Obwohl er garantiert wusste, dass Merkel Angst vor Hunden hat."

Doch Merkel blieb cool, sagte nur: "Wenigstens frisst der Hund keine Journalisten." Damit habe die CDU-Chefin gezeigt: "Ich weiß, was du spielst. Aber nun lass stecken", erläuterte der Psychologe in der SZ. Leute wie Putin würden so etwas mögen. Hätte sich Merkel "kleinmachen lassen", hätte sie Putins Verachtung auf sich gezogen, glaubt der Experte.

"Putin ist der Dominante"

Der russische Staatschef vereine zwei bis drei Persönlichkeitsstile in sich, glaubt der Kriminalpsychologe: "Primär bei Putin ist sicher das Dominante."

Hofmann ist Leiter des renommierten Instituts Psychologie & Bedrohungsmanagament in Darmstadt. Sein neuestes Buch heißt "Menschen entschlüsseln". Darin geht es um die verschiedenen Persönlichkeitsstile von Menschen. Der Experte geht davon aus, dass Psychopathen in der wirtschaftlichen und politischen Führungsebene deutlich verbreiteter sind als in der normalen Bevölkerung.

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