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Sie wollten nicht, dass ihre Tochter neben ihm sitzt. Dann fanden sie heraus, wer er wirklich ist

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Die kleine Familie betrat schon wieder das Krankenhaus. Erst vor kurzem war ihre schwer kranke Tochter Annoula operiert worden. Sie wollten den Termin beim Arzt einfach nur schnell hinter sich bringen und hören, dass alles gut war.

Die Geschichte, die nun folgt, könnte überall passieren. Sie wird in einer Kampagne gegen Rassismus der griechischen Regisseurin Nancy Spetsioti erzählt. Ihr seht sie im Video.

Annoula lief voraus zum Zimmer des Arztes und setzte sich auf den Stühlen des Vorraums neben einen fremden Mann.

Als ihre Mutter das sah, stockte ihr der Atem.

Sie fand, dass er gefährlich aussah und auf keinen Fall neben ihrer Annoula sitzen sollte. "Komm, steh auf und geh zu mir", flüsterte sie ihrer Tochter zu. Sie rückte beiseite, legte schützend den Arm um Annoula und schielte zu dem fremden Mann hinüber.

Auch ihrem Mann bereitete der Fremde Sorgen - er stand auf, damit Frau und Tochter an den äußersten Rand rutschen konnten.

Der Fremde beobachtete das Spektakel aus dem Augenwinkel.

Dann öffnete die Krankenschwester die Tür und sagte: "Ihr könnt reinkommen, alle." Die kleine Familie stand erleichtert auf und lief in das Büro des Arztes. Der Fremde folgte ihnen.

Sie blickten ihn verstört an.

"Ist alles in Ordnung, Herr Doktor?", fragte der Vater den Arzt mit Seitenblick auf den Fremden, der ihnen in das Zimmer gefolgt war. "Aber sicher, antwortete dieser. "Annoula, du siehst schon viel besser aus nach deiner Operation. Ich wollte euch nur den Mann vorstellen, der eurer Tochter die Knochenmarkspende gegeben hat."

Er durchquerte den Raum und legte den Arm um den Fremden. "Das ist Jafar."

Die Familie sah dem Fremden nun zum ersten Mal geschockt in die Augen. Er erwiderte ihren Blick tief verletzt und traurig.

Diese Geschichte zeigt, wie ungerecht Alltagsrassismus ist und wie sehr er die Betroffenen verletzen kann.

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