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01/01/2016 16:02 CET | Aktualisiert 02/01/2016 01:30 CET

Polizeigewerkschaft: Droht künftig ein Anschlag mit Panzerfaust oder Granatwerfer?

Johannes Simon via Getty Images
Polizisten in München. Foto: Getty.

Die bayerische Polizei in der Neujahrsnacht in München auch zwei Spezialeinsatzkommandos (SEK) eingesetzt. Auf den ersten Blick sahen die Polizisten, die nach der Warnung vor Terroranschlägen unterwegs waren, wie Fallschirmjäger der Bundeswehr in Kampfmontur aus. Mit Schnellfeuergewehren ausgerüstete, mit Helmen und schweren, schusssicheren Westen geschützte Beamte standen unter anderem am Münchner Hauptbahnhof bereit.

Diese Ausrüstung war aus Expertensicht unerlässlich. Bei einem Anschlag von Attentätern mit Sprengstoff und Kalaschnikow-Sturmgewehren wie in Paris im November hätten sie die Angreifer überwältigen sollen, erklärte ein Polizeisprecher in München. "Es waren mehrere Dutzend SEK-Beamte im Einsatz", sagte der Sprecher.

Die Ausrüstung der Spezialeinheiten sei im Bund und in allen Ländern "auf einem sehr hohen Standard", sagte Rüdiger Holecek, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) der Nachrichtenagentur dpa. Ein Problem sei, dass heute viele Kriegswaffen auf dem Schwarzmarkt seien. "Wir wissen nicht, ob Terroristen beim nächsten Anschlag vielleicht plötzlich eine Panzerfaust oder einen Granatwerfer einsetzen."

Ein Terror-Alarm hatte in der Silvesternacht die bayerische Landeshauptstadt in Atem gehalten. Die Polizei hatte kurz vor dem Jahreswechsel eine Anschlagswarnung für die bayerische Landeshauptstadt herausgegeben.

Nun werden immer mehr Einzelheiten bekannt. Einem Bericht der "Bild" zufolge habe der konkrete Anschlagsplan so ausgesehen, dass sich zwei Terroristen am Bahnhof Pasing in die Luft sprengen sollten. Das zweite Attentat hätte demnach erst stattfinden sollen, sobald die Rettungskräfte da sind. Die Gruppe sollte insgesamt aus zwei Selbstmordattentätern und fünf Helfern bestehen.

Die Nacht verlief aber ruhig und die Polizei konnte bereits am Freitagvormittag Entwarnung geben. "Ich empfehle den Menschen, ihr Leben ganz normal zu leben und auf kein Vergnügen zu verzichten", riet Polizeipräsident Hubertus Andrä den Münchnern. Es bestehe keine konkrete Terrorgefahr mehr. Man sei sich nicht sicher, ob die mutmaßlichen Verdächtigen überhaupt existieren, fügte er hinzu.

Die Anschlagswarnung wurde wohl zunächst für unglaubwürdig gehalten. Das ZDF berichtet, dass erste Warnungen als nicht authentisch eingestuft wurden. Grund: Den Pasinger Bahnhof, der als Anschlagsziel genannt wurde, schätzten die Sicherheitsexperten als "kein sinnvolles" Ziel ein.

Die Polizei hatte einen Hinweis auf einen geplanten Terroranschlag in München erhalten.Die Hinweise galten für den Hauptbahnhof und den Bahnhof Pasing. "Die Bedrohung hat sich ganz konkret auf Mitternacht bezogen und auf diese beiden Orte", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in der Nacht.

Der Anschlag sollte laut dem Münchner Polizeipräsidenten Andrä als Selbstmordanschlag verübt werden. Dahinter vermutete man fünf bis sieben mutmaßliche Täter mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat, ließ Innenminister Herrmann wissen.

Der BR berichtete, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern um sieben Iraker handeln könnte. Sie hätten sich bereits in München aufgehalten. Ihre Identität sei der Polizei bekannt. Nach Geheimdienst-Informationen sollen sie geplant haben, sich in Paaren an die Anschlagsorte begeben, um sich zusammen in die Luft zu sprengen.

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