Flüchtlingskrise: Experten warnen vor Lehrermangel

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Diane Collins and Jordan Hollender via Getty Images
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Die Folgen der Flüchtlingskrise werden nun überall sichtbar - zunehmend auch an deutschen Schulen. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, warnt in der "Welt am Sonntag" daher vor einem dramatischen Lehrermangel.

Gebraucht würden 20.000 und nicht nur 8500 zusätzliche Lehrkräfte. „Spätestens im Sommer nächsten Jahres wird sich diese Lücke schmerzhaft bemerkbar machen.“

Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der es ohnehin zu wenig Lehrer gibt. Viele Eltern klagen längst über immer öfter ausfallende Stunden, viele Lehrer wiederum beklagen eine zunehmende Überlastung.

Laut Studien unterschreiten 67 Prozent der nordrhein-westfälischen Gymnasien und sogar 76 Prozent der Realschulen die vom Schulministerium vorgegebenen Wochenstunden zum Teil erheblich.

Das deutsche Bildungssystem steht daher vor enormen Anstrengungen, weil sich schlichtweg zu wenig junge Menschen dazu entscheiden, Lehrer zu werden.

Meidinger glaubt, dass die zusätzlichen für das neue Jahr geplanten Lehrerstellen für die bereits in Deutschland befindlichen Flüchtlingskinder reichen würden. Und dabei ist noch nicht einmal geklärt, ob es für die freien Stellen überhaupt genügend Bewerber gibt.

Bayern überlegt nun, pensionierte Lehrer weiter zu beschäftigen, um die Lücken zu füllen.

In diesem Jahr wurden deutschlandweit zumindest 8264 spezielle Deutschlernklassen eingerichtet und dafür laut "WamS" vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen entsprechend viele Lehrer eingestellt. Ein guter Schritt.

Denn gutes Deutsch und eine schulische Ausbildung sind Voraussetzung für die Integration der vielen Kinder, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommen sind. Je schneller sie in die Schule kommen, desto besser ihre Chancen in den nächsten Jahren.

Ein Kollaps bedeute all das aber noch lange nicht, beschwichtigt Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth. Bisher hätten die Bildungseinrichtungen den neuen Ansturm erstaunlich gut gemeistert.

Bereits 2015 stellte die Schulen nämlich vor bisher ungekannte Herausforderungen. Bis dahin gingen überall im Land die Schülerzahlen zurück - aufgrund der Zuwanderer gab es einen rapiden Anstieg der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen. Kurth sagte, dass man sich nun daran gewöhnen müsse, dass der Ausnahmezustand für lange Zeit Normalzustand sein würde.

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