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Flüchtlingskrise: 45 Deutsche sagen in der Huffington Post: Wir helfen weiter!

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Wieder einmal zeichnen die Schlagzeilen ein düsteres Bild unseres Landes: fackeltragende Nazis, wütende Pegida-Anhänger, brennende Asylbewerberheime und gewalttätige Zusammenstöße zwischen rechten und linken Demonstranten.

Die Lage ist ernst, keine Frage. Doch dieses Bild ist unvollständig.

Denn während ein Teil der Deutschen immer skeptischer in die Zukunft blickt, sagen die anderen:

Jetzt erst recht. Wir helfen!

Im Sommer standen Tausende Deutsche an den Bahnhöfen, als die Flüchtlinge ankamen. Und die meisten von ihnen helfen immer noch - in den Erstaufnahmeeinrichtungen oder an den Grenzen. Sie verteilen Kleidung, geben Essen aus und bieten Deutschunterricht an. Eine Studie ermittelte kürzlich, dass sich schon rund acht Millionen Deutsche für die Flüchtlinge engagiert haben.

Diese Helfer sind die Helden eines turbulenten Jahres - sie machen unserem Land Mut.

Höchste Zeit also, den Blick von den Problemen hin zu den Problemlösern zu wenden. Stellvertretend für die Millionen Menschen, die dabei helfen, die Flüchtlingskrise zu bewältigen, stellt die Huffington Post 45 dieser stillen Helden vor.


Sammelt auf der Radtour Spenden

Felix Mödl, Student
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Felix Mödl ist mit seinem Fahrrad im Sommer 3016 Kilometer von Ingolstadt bis Tanger in Marokko gefahren. Der 24-Jährige, der auch in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, wollte mit seiner Aktion auf die Lage der unbegleiteten jungen Flüchtlinge aufmerksam machen und die Menschen zum persönlichen Engagement anregen.

Denn während der Fahrt sammelte er über seine Webseite Spenden. Pro Radkilometer sollten die Spender einen Cent überweisen, also 30,16 Euro. Am Ende kamen so mehr als 20.000 Euro zusammen, die jetzt an Flüchtlingsheime fließen. Seine Radtour hat er auf seinem Blog fexradlt.de begleitet.


Leistet medizinische Hilfe

Wolfgang Ballarin, Allgemeinarzt
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Jahrzehntelang arbeitete Ballarin als Allgemeinarzt in Pforzheim - dann ging er in den Ruhestand. Doch dieses Jahr fragte ihn eine Kollegin vom Gesundheitsamt, ob er ich nicht zwei Mal in der Woche als Arzt in Asylbewerberunterkünften helfen könnte. Ballarin konnte nicht nein sagen.

"Für mich als Rentner, der nicht mehr in die Zwänge des kassenärztlichen Versorgungssystems eingebunden ist, ist diese Tätigkeit eine Befreiung nach dem Motto: ,Hier bin ich Arzt, hier darf ich's sein.'"

"Auch wenn die Kommunikation manchmal kompliziert ist", sagt er, "gibt es viele Momente des gegenseitigen Verständnisses. Dabei kommt auch das Lachen nicht zu kurz."


Gibt den Flüchtlingen eine Stimme

Karim Hamed, Familienvater, Informatiker und Gründer der Firma Skyitup
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"Ich bin als Deutsch-Tunesier zweisprachig aufgewachsen. Als Arabisch-Dolmetscher in Notunterkünften erzählen mir die Menschen oft ihre Geschichten. Ich schreibe sie auf und veröffentliche sie in meinem Blog blicktausch.com."

"Damit versuche ich die Menschen in Deutschland über die sehr individuellen und dramatischen Gründe der Flucht aufzuklären. Die Sprachbarriere schafft Distanz. Ich versuche, diese aufzuheben und den Menschen eine Stimme zu geben."


Wasser für Flüchtlinge im Nordirak

Tobias Huch, FDP-Politiker
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Der Mainzer Politiker Tobias Huch engagiert sich nicht nur gegen Fremdenfeindlichkeit im Internet, sondern er hilft mit seinem Projekt "Wasser für Kurdistan" auch Flüchtlingen im Nordirak.

Das Wichtige hierbei: Er will deren Situation so verbessern, dass sie die gefährliche Reise nach Europa gar nicht erst antreten müssen. Huch will genug Spenden sammeln, um drei Millionen Flaschen Wasser in die Krisenregion schicken zu können.


Vermittelt zwischen den Kulturen

Milena Fischer, Theaterregisseurin
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Sie interessiert sich für Menschen, für ihre Kultur und für ihre Geschichten. Deshalb hat Fischer schon 2013 an einem Theaterabend die Begegnung von Flüchtlingen und Bewohnern in einem kleinen deutschen Dorf thematisiert und so das Verständnis für die jeweils andere Kultur gefördert.

Bei der Recherche traf sie eine geflohene Syrerin, die mittlerweile eine gute Freundin ist.

"Die Begegnung mit den Syrern ist für mich sehr inspirierend und bereichernd und es entstand die Idee, das auch anderen zu ermöglichen", sagt sie. "So habe ich mit Kollegen in Hannover die Veranstaltungsreihe „Dance the Tandem" entwickelt."

Hier feiern Flüchtlinge und Deutsche jeden Monat einen Abend gemeinsam, um sich kennenzulernen - mit Gesprächen, Buffet, Live-Musik und Party. "Eins ist gewiss", sagt Fischer, "unsere Kultur ist im Wandel und ich gestalte gerne mit."


Schenken Freude zu Weihnachten

Francis und Verena Fulton-Smith, Schauspieler, München
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Francis und Verena Fulton-Smith setzen bei ihrer Hilfe ganz auf Weihnachten: Zusammen mit Susanna Tausendfreund, der Bürgermeisterin der Gemeinde Pullach, haben die beiden Schauspieler kürzlich mehr als 2500 Lebkuchen, Plätzchen und Schokoladen-Nikoläuse an unbegleitete jugendliche Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien verschenkt.

"Weihnachten bietet jedem von uns auch die Möglichkeit, Innezuhalten und vielleicht ein Stückweit dankbar zu sein", sagen sie. "Die aktuelle Flüchtlingssituation ist für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung."


Helfen in Griechenland

Annika Wecker und ihr Sohn Tamino, Autorin und Café-Besitzerin
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Andere machen Urlaub: Annika Wecker und ihr Sohn Tamino waren auf der Insel Lesbos und haben dort Flüchtlingen geholfen.

Unter anderem haben sie die Menschen mit trockener Kleidung nach der Fahrt über das Mittelmeer versorgt. Außerdem haben sie 2000 Euro Spendengeld von Freunden und Bekannten an ehrenamtliche Flüchtlingshelfer vor Ort verteilt.


Nimmt mehr Flüchtlinge auf, als er müsste

Richard Reischl, Bürgermeister Hebertshausen

Bayern ist von der Flüchtlingskrise ganz besonders betroffen, immer noch kommen täglich Hunderte Syrer und Afghanen an den Grenzen an. Der CSU-Politiker Richard Reischl hat in seiner Gemeinde daher ein weiteres Gelände für eine Flüchtlingsunterkunft bereitgestellt, damit die Gemeinde mehr Flüchtlinge aufnehmen kann, als sie eigentlich müsste.

Aber Reischl will die Menschen in seinem Ort nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen. Er will jeden seiner Schritte in der Flüchtlingshilfe erklären: Dafür ist Reischl auch auf Facebook aktiv. Dort stellt er sich auch demonstrativ gegen die Flüchtlingshasser: Als ein Junge aus seiner Gemeinde einen Hasspost likte hat der Bürgermeister ihn getroffen, um mit dem Jungen über Flüchtlinge zu diskutieren.

Nun geht Reischl noch einen Schritt weiter: Er will Vormund für ein Flüchtlingskind werden, das ohne Eltern nach Deutschland gekommen ist.


Vermitteln Gastfamilien

Marten Kaspar, Anna Stammnitz, Alexander Rosenthal, Franziska Birnbach, Sarah Rosenthal Nikolina Milunovic, Aktion "Start with a Friend"

startwithafriend (Foto: L. Kilian)

"Start with a Friend" ist eine Initiative von sechs jungen Berlinern, um Flüchtlingen über das Internet zu helfen. Das Mittel dafür: eine schick gestaltete Webseite. Über die vermitteln die Berliner Flüchtlinge an ehrenamtliche Helfer, die mit den Neuankömmlingen unter anderem Deutsch lernen, eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz suchen.

Sarah Rosenthal sagt, sie wolle "Geflüchtete und Unterstützer auf Augenhöhe zusammenbringen". "Wir möchten Beziehungen fördern, bei denen man sich gegenseitig austauscht und voneinander lernt. Bisher haben wir 120 Tandems zusammengebracht, aber es sollen noch viel mehr werden, die Nachfrage ist enorm", erklärt sie.


Hilfe geht durch den Magen

Thamara Logeswaran, Leitet die UNICEF-Hochschulgruppe München
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Die Unicef-Hochschulgruppe in München hilft den Flüchtlingen auch außerhalb Deutschlands. Mit der Aktion „Kochen für Freunde" sammeln sie Spenden für Unicef, um die Flüchtlingskinder in Krisengebieten mit dem Nötigsten zu versorgen. Dabei laden Menschen zum gemeinsamen Kochen ein, sammeln Spenden - und Unicef leitet diese dann an Kinder in Not weiter.


Integration durch Sprache

Ferry Pausch, Geschäftsführer, Deutschlandstiftung Integration
ferry pausch

Integration beginnt mit der Sprache. Und genau hier setzt Pausch an. Die Deutschlandstiftung Integration hat es sich zum Ziel gesetzt, Flüchtlingen beim Deutschlernen zu helfen.

"Mit der Aktion auf www.ich-spreche-deutsch.de verteilen wir Deutschkursbücher an ehrenamtliche Sprachlehrer und organisieren mit der TUI-Stiftung selbst Deutschkurse für Geflüchtete in Hannover", sagt Pausch.


Macht mit Flüchtlingen Ausflüge

Veit von dem Busche
veit

"Gerade jetzt, wo in Teilen Europas, den Medien und sozialen Netzwerken Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht wird, ist es mir wichtig, Stellung zu beziehen und weiter aktiv zu helfen", sagt von dem Busche. Er macht das, indem er für Flüchtlinge, die mit Kindern gekommen sind, Ausflüge in den Berliner Zoo organisiert.


Bringen Flüchtlinge in Arbeit

Paul Schmitz, mygrade
mygrade ev

Eine der größten Hürden, die es bei der Integration der Flüchtlinge gibt, ist die Jobsuche. Zwar haben viele Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen einen akademischen Hintergrund. Doch der ist hier meist nicht viel wert.

Genau diesen Akademikern will Paul Schmitz mit seinem Verein Mygrade e.V helfen.

"Wir lernen die Flüchtlinge persönlich kennen und empfehlen sie dann an unser Netzwerk von Arbeitgebern und Praktikumsstellen, was seit August 2015 auf etwa 300 gewachsen ist", erklärt er.

Die Mitarbeiter des Vereins geben für die Flüchtlinge unter anderem eine persönliche Empfehlung je nach Sprachlevel und Qualifikation ab. Und sie klären mit ihnen Fragen zum Aufenthalts- und Arbeitsrecht.

Das Netzwerk der ehrenamtlichen „Netzwerker" wird ständig durch runde Tische zwischen Arbeitgebern, Helfern und Flüchtlingen vergrößert. Bis jetzt konnte der Verein 5 Flüchtlinge in Festanstellungen und 15 Flüchtlinge in Praktika vermitteln.


Organisieren den Alltag für Flüchtlinge

Tanya Neufeldt und Andreas Tölke, Be an Angel e.V.
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"Warum wir helfen? Bei dieser Frage müssen wir immer laut lachen. Die Antwort: Weil es Menschen sind, die hier ankommen. Weil jeder dieser Menschen es verdient, mit Würde aufgenommen zu werden. Weil Integration mit dem Ankommen beginnt."

Und das wollen Neufeldt und Tölke den Flüchtlingen so gut wie möglich gestalten. Rund 30 Flüchtlinge betreut "Be an Angel" derzeit intensiv, der Verein kümmert sich um Wohnraum, koordiniert Behördengänge und Arztbesuche und vermittelt Deutschunterricht.


Sammelt Spenden für Kinderdörfer

Louis Klamroth, Schauspieler "Das Wunder von Bern"
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"Ich war gerade im Libanon und habe dort eine Einrichtung der SOS Kinderdörfer besucht, in der sich Helfer um syrische Flüchtlingskinder kümmern. Flüchtlingskinder benötigen ganz besonderen Schutz und deshalb unterstütze ich die Arbeit der SOS Kinderdörfer."

Klamroth will mit seinem Engagement auch ein Zeichen gegen Terrorangst und rechte Hetze setzen. "Denn eine verschlossene und unsolidarische Gesellschaft ist genau das, was diese Dummköpfe erreichen wollen."


Managt Spenden für Flüchtlinge

Markus Henn, Flüchtlingshilfe München e.V
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Henn engagiert sich seit 1999 in der Flüchtlingshilfe in München. Mittlerweile ist er dort Schatzmeister und ist damit auch für die Verwendung von Spenden verantwortlich.

Warum er hilft? "Wir stehen vor der Wahl, die Situation entweder durch Nichtstun noch schlimmer und unmenschlicher werden zu lassen - oder sie durch Tun so menschlich und gut wie möglich zu gestalten."


Sammelt Spielzeug für Flüchtlingskinder

Sascha Faro, Christmas for Refugees
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Viele Flüchtlingskinder kommen traumatisiert nach Deutschland. Flucht und die Grauen des Krieges haben sich tief in ihr Gedächtnis gebrannt. Ob es ihnen gelingt, über diese Ereignisse hinweg zu kommen, hängt auch stark von der Versorgung hier in Deutschland ab und von der Zuwendung, die sie bekommen.

"Genau da wollten wir mit unserem Projekt "Christmas for refugees" ansetzen", sagt Faro. "Wir wollen den Kleinsten ein Stück Kindheit zurückzugeben."

Seine Idee, um das zu schaffen: "Wir haben tausende Spielsachen gesammelt und wir haben sie mit vielen freiwilligen Helfern gereinigt, sortiert, klassifiziert und verpackt", erklärt er. "Die werden nun an verschiedene Einrichtungen verteilt."

Wenn die Flüchtlingskinder Weihnachten feiern (viele von ihnen zum ersten Mal), können sie sich also über ein Geschenk freuen.


Betreuen Flüchtlingskinder

Yasmina Plohl-Djemili, pädagogische Leitung Smiling Faces e.V.
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Plohl-Djemili arbeitet für die Offenbacher Erzieherinitiative Smiling Faces, die aktuell eine Kita mit 77 Plätzen betreibt.

"Im September 2015 sind wir nach Nickelsdorf in Österreich gereist, an die ungarische Grenze", erzählt sie. Dort haben sie und ihre Kollegen Hilfsgüter verteilt. Wenig später haben die Erzieherinnen das auch in Slowenien gemacht. Doch sie wollten nicht nur den Flüchtlingen helfen, die derzeit auf dem Weg sind. Im November organisierten sie dann auch das Kinderprogramm auf dem Unterhaltungsabend für Flüchtlinge in Offenbach.


Heißen Flüchtlinge in Hamburg willkommen

Simone Will und Elise Fritze, Refugees Welcome Karoviertel
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Will und Fritze helfen Flüchtlingen mit allem, was sie zum Leben in Deutschland brauchen. Dafür machen sie das Fundraising und den Einkauf der Hamburger Initiative "Refugees Welcome Karoviertel". Die leistet medizinische Versorgung, organisiert Kinderbetreuung und Übersetzungshilfen und stellt freies W-LAN zur Verfügung.

"Wir haben auch Spenden für Transitflüchtlinge am Hamburger Hauptbahnhof gesammelt" erzählen die beiden. Außerdem haben sie Teestuben zur Verfügung gestellt und die Kinderbetreuung an 11 Erstaufnahmestellen organisiert.

"Die intensive Arbeit für Geflüchtete hat zwar unser Leben durcheinandergewirbelt, aber auch ein großartiges Gefühl von Zusammenhalt geschaffen", sagt Will.


Betreut Kinder in einer Flüchtlingsunterkunft

Karen Nimrich, Helferin
karen nimrich

Wenn Nimrich über die Hilfe für Flüchtlinge redet, dann zitiert sie gerne Gandhi: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt". Konkret hilft sie bei der Kinderbetreuung in einer Flüchtlingsunterkunft. Außerdem war sie eine Woche an der serbisch-mazedonischen Grenze und sie hat Flüchtlinge bei sich Zuhause beherbergt.

"Wenn ich helfe, kann ich dazu beitragen, dass das Leben der Flüchtlinge ein wenig leichter wird und gleichzeitig bereichert es mein Leben ungemein", sagt sie.


Spendet Trost

Asmala Musuf, hilft Flüchtlingen in Schwerin
nigerianer (Mitte, mit Ulrike Seemann-Katz und Matthias Glüer vom Flüchtlingsrat MV e.V.)

Der Nigerianer lebt schon lange in Deutschland. In Schwerin kümmert er sich seit vielen Jahren um Asylbewerber, die neu in die Stadt kommen. Musuf unterstützt sie in bürokratischen Fragen und versucht auch, ihnen Trost zu spenden in der Fremde. "Aber ich bin kein Psychiater", sagte er in einem Beitrag des NDR. "Aber ich nehme die Leute in den Arm, lasse sie erzählen und versuche so, mit ihnen gemeinsam ihre Traumata zu überwinden."


Stellen eine Sporthalle zur Verfügung

Freundeskreis Flüchtlinge Flintbek
flintbek
(Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt in Flintbek)

In dem kleinen Dorf Flintbek in der Nähe von Kiel hat sich im Februar 2015 eine Gruppe von Ehrenamtlichen zusammengefunden, die "dort einspringen, wo die behördliche Hilfe aufhört", wie der Freundeskreis Flüchtlinge Flintbek auf seiner Webseite schreibt. Die Flintbeker Helfer gärtnern mit ihren neuen Nachbarn, zeigen ihnen, wie man Fahrräder repariert und geben Deutschkurse. Zwei Mal in der Woche stellt der TSV Flintbek zudem die Turnhalle für ein Sportangebot für Flüchtlinge zur Verfügung.


Macht das Wissen der Flüchtlinge zugänglich

Paul Ostwald, Journal of Interrupted Science
paul ostwald

Das Journal of Interrupted Studies veröffentlicht Artikel von Studenten und Akademikern, die sich auf der Flucht befinden. Der Grund wie Ostwald sagt, der derzeit an der Eliteuni Oxford in England studiert:

"Auch wenn die Flüchtlingskrise überall thematisiert wird, bestärkt die Berichterstattung allzu oft den Stereotyp des mitleiderregenden Flüchtlings, der als Teil einer grauen Masse zwar Schutz braucht, aber selbst wenig zu bieten hat. Wir haben das Journal gegründet, um dem entgegenzuwirken."

Ostwald will nicht nur den Zugang zu dem Wissen dieser Menschen ermöglichen, sondern auch der Öffentlichkeit ihr großes Potential aufzeigen und einen Raum für kulturellen wie intellektuellen Austausch zu schaffen.

In gedruckter und digitaler Version (www.JIS-oxford.co.uk) wird die Zeitschrift ab 2016 in Oxford erscheinen.


Sammelte 5,5 Tonnen Babynahrung

Nikolaus Hoenning, Vorstand Kinder auf der Flucht e.V.
kinder auf der flucht

Hoenning und die Helfer des Vereins Kinder auf der Flucht e.V. erfuhren im September über Twitter, dass hunderte Flüchtlinge mit dem Zug nach München unterwegs sind.

Menschen, die Schreckliches erlebt haben, standen plötzlich völlig erschöpft am Hauptbahnhof. Hoenning wollte sofort helfen und postete einen Hilfeaufruf auf Facebook. Viele Helfer packten umgehend mit an und spendeten. Die Bilder vom Münchner Hauptbahnhof gingen um die Welt. "Als dann keine Flüchtlinge mehr durchkamen, haben wir uns mit anderen auf den Weg zur Balkanroute gemacht", erklärt Hoenning.

Im Gepäck hatten er und die anderen Helfer eine gigantische Spende: 5,5 Tonnen Babynahrung, mehrere Tonnen warmer Winterkleidung und Regenschutz wurden gespendet. Außerdem hatten die Helfer Medikamente im Wert von mehreren tausend Euro dabei, die unsere Mediziner bei ihren Hilfseinsätzen dringend benötigen.


Schulmaterialien für Flüchtlingskinder

Alois Brei, Hamsterkiste
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Der ehemalige Schulleiter aus Neuenhaus in Niedersachsen betreibt seit 13 Jahren die Homepage Hamsterkiste. Dort gibt es Unterrichtsmaterialien, die Grundschulkinder kostenlos nutzen können. Jetzt hat Brei auf extra für Flüchtlingskinder eine neue Rubrik eingeführt: "Willkommen in Deutschland".

Mit seinem Lernsystem gibt er auch Syrern in seiner eigenen Nachbarschaft Unterricht. Damit sich die Situation sowohl für die Menschen, die zu uns kommen, als auch für die gesamte Gesellschaft positiv entwickle, dürften die Flüchtlingskinder nicht zu Schulversagern werden, schreibt er auf der Homepage.

"Oberstes Ziel muss sein, sie in angemessener Zeit zu einem ordentlichen Schulabschluss zu führen und die Voraussetzungen für eine Berufsausbildung und für gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen."


Schmierte 6000 Brote

Jo Grund, Initiative KKK
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Dass auch ein unterschätzter Sport wie das Kegeln zur Integration beitragen kann, zeigt Jo Grund. Er hat zusammen mit meinem Vater in Hessen die sogenannten KKK- Events gestartet - kurz für Kegeln bei Kaffee und Kuchen

"Ich habe 5 Flüchtlinge eingeladen und es kamen 25 mit ihren Betreuern", sagt Grund. Aber das reicht ihm noch nicht. In der Suppenküche des Roten Kreuzes in Hanau hat er mit Bundeswehrsoldaten zusammen mehr als 6000 Brote geschmiert und belegt.


Hilft Schwangeren

Annett Oertel, Hebamme
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"Ich setze mich als Hebamme für die medizinische Versorgung von Schwangeren und Familien mit Kindern ein, ob nun an meinem Arbeitsplatz in der Klinik, bei meinen wöchentlichen Sprechstunden in einer der Flüchtlingsunterkünfte hier in München", sagt Oertel. Aber sie hilft auch immer wieder an den Stränden und in den Camps der griechischen Insel Lesbos.


Integration durch Fußball

Ente Bagda, Mainzer Hobby-Fußballverein, bei dem Flüchtlinge mitspielen
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Seit August diesen Jahres trainieren beim Mainzer Hobby-Verein FC Ente Bagdad einheimische Jugendliche gemeinsam mit Flüchtlingen.

Die meisten von ihnen sind erst seit kurzem in Deutschland. Der Verein will ihnen mit dem Projekt "Willkommen im Fußball" eine Beschäftigung geben und ihnen vermitteln, dass sie sich in Deutschland gut aufgehoben fühlen.

"Egal welche Hautfarbe, welche Religion, aus welcher Kultur sie stammen - das gemeinsame ist, dass wir alle Respekt, Fairness und Wertschätzung zeigen. Das sind die Faktoren, auf die wir Wert legen. Und alles andere spielt bei uns keine Rolle", sagte der Vereinsvorsitzende Ronald Uhlich dem SWR.

Vor einigen Tagen waren zum gemeinsamen "Enten-Essen" des Vereins erstmals auch viele junge Flüchtlinge eingeladen. Fußball und Ente mit Blaukraut und Knödeln - mehr deutsche Kultur geht fast nicht.


Weihnachtshilfe in Griechenland

Geo Messmer, Grafiker aus München
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Der 41-jährige Messmer hilft seit Mitte des Jahres Flüchtlingen. Anfangs am Münchner Hauptbahnhof, dann folgten Hilfs-Einsätze in Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Serbien, Griechenland und Mazedonien. Dort gibt er unter anderem Essen aus.

"Ich mache das nicht aus politischen Werten, oder wegen einer Gesinnung, auch nicht weil ich es gut finde, dass Millionen Menschen durch Europa ziehen und eine Chance suchen, zur Ruhe zu kommen", erzählt er. "Aber man darf keinen Menschen, egal welcher Abstammung, Religion oder Geschlecht, einfach vor unseren Grenzen sterben lassen und die Hilfe verweigern."

Pläne für die kommenden Tage hat er auch schon: "Ich werde weiterhin jedes freie Wochenende Hilfsfahrten auf den Balkan unternehmen und über Weihnachten und Neujahr wieder vor Ort in Griechenland und Mazedonien helfen. Ein sinnvolleres Weihnachten kann ich mir gerade nicht vorstellen."


Versorgen Flüchtlinge mit warmer Kleidung

Zafer Ertem, German Alliance for Civilian Assistance e.V.
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Was schafft man in drei Minuten? Zähneputzen, die Spülmaschine ausräumen oder vielleicht ein Lied im Radio hören. Drei Minuten, das sind 180 Sekunden. Viel Zeit? Nicht für die freiwilligen Helfer der German Alliance for Civillian Assistance e.V.

In drei Minuten versorgen sie ein Kind mit warmer Kleidung, tauschen nasse gegen trockene Schuhe aus oder geben Nahrung aus. Möglich machen das all die Menschen, die spenden. "Bis heute ist die Hilfsbereitschaft kein bisschen gesunken. Wir erhalten regelmäßig Geldspenden und so viele Sachspenden, dass unsere Lager an ihre Grenzen stoßen", sagt Ertem.

Er will mit seinem gemeinnützigen Verein jetzt auch gezielt Unternehmen ansprechen, um den Flüchtlingen auch bei der Jobsuche zu helfen. "Wir haben das Gefühl, das die Wirtschaft geradezu darauf gewartet hat, eingebunden zu werden."


App für Flüchtlinge

Daniel Kehne, Initiator Integreat
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"Bei uns gibt keiner auf. Wir helfen. Jetzt erst recht", sagt Daniel Kehne.

Das Team von Integreat hat eine App für Kommunen entwickelt, die Flüchtlingen helfen soll. Die Gemeinden können dort zum Beispiel Sprachkurse einstellen und Kontakte zu Ansprechpartnern bei Gesundheitsfragen. Erst haben nur Studierende aus München und Augsburg die App gebaut und verwaltet. Nach dem Start vor zwei Wochen mit der Stadt Augsburg, kommen aber immer mehr dazu: Immer mehr Ehrenamtliche helfen uns, ob in Bayern oder Berlin.

"Das Interesse ist enorm", sagt Kehne. "Wir haben aktuell fast 50 Anfragen Regensburg und Bad Tölz gehen womöglich noch dieses Jahr an den Start. Das motiviert unser Team sehr." Dadurch, dass Integreat alle relevanten Informationen für die Asylsuchenden sammelt, entlastet die App auch Asylberatungen und Behörden.


Bereiten Flüchtlinge auf das Asylverfahren vor

Cornelius Nohl, Geschäftsführer ArrivalAid
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"Mit ArrivalAid begleiten wir Flüchtlinge im Asylverfahren", sagt Nohl. Mehr als 50 ausgebildete Ehrenamtliche bereiten die Asylsuchenden aus dem Großraum München auf den Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vor und begleiten sie zu diesem.

Nur bei der Anhörung können die Asylsuchenden ihre individuellen Fluchtgründe vortragen. Für viele Flüchtlinge ist es eine belastete und angespannte Situation, in der sich der weitere Lebensweg entscheidet. "Wir stehen damit in diesem wichtigen Moment Menschen bei, deren Leben im Umbruch ist."


Unterstützt die Flüchtlinge mit der deutschen Bürokratie

Lisa Ayari, Bürgerin

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Wie schwer es die Flüchtlingshelfer auch haben, zeigt die Geschichte von Lisa Ayari. "Ich wurde auch auf offener Straße in meinem Ort, in dem ich mich immer Sicher gefühlt hatte, von alten Bekannten für das was ich tue verbal angegriffen", erzählt sie. "Ich bin alleinerziehende Mutter einer 1,5 jährigen Tochter und arbeite Vollzeit". Trotzdem geht sie so häufig wie möglich in ein Flüchtlingsheim in ihrem Ort, wo circa 250 Männer leben.

"Alle dort kümmern sich liebevoll um meine Tochter während ich ein offenes Ohr für ihre Anliegen habe, Ihnen neue Kontakte vermitteln oder bei ihren Papieren helfe", sagt Ayari. Zum Geburtstag haben mir die Bewohner eine Urkunde verliehen, das war das schönste Geschenk das sie mir machen konnten.

Warum sie hilft? Ihre Antwort:

"Ich habe heute Morgen eine kleine Geschichte gelesen. die mir wieder die Tränen in die Augen trieb und klargemacht hat das ich auf dem richtigen Weg bin:

Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand. Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren. Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.

Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: „Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!" Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: „Für ihn wird es etwas ändern!""


Koordiniert 16.000 Helfer

Lena Odell, Admin der Facebookgruppe Hilfe für Flüchtlinge in München
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Die Admins der Gruppe Hilfe für Flüchtlinge in München ermöglichen jeden Tag, dass 16.000 Helfer in München Sachspendenaktionen, Kinderbetreuung, Übersetzungen und vieles mehr organisieren können.

Warum die Admins helfen? Odell sagt: "Es gibt eine Erde und die teilen wir uns mit allen Menschen, die auf ihr leben. Keiner hat etwas dafür getan, in das Leben geboren zu werden, in das er geboren wurde. Also hat jeder die gleichen Chancen verdient und wir sind froh, ein wenig unseres Glücks teilen zu können. Und weil es nichts Schöneres gibt als strahlende Kinderaugen, wenn man ein besonderes Kuscheltier überreicht hat."

Und weiter sagt sie: "München nennt sich selbst Weltstadt mir Herz und zum ersten Mal klingt das nicht wie ein kitschiger Slogan, sondern einfach wie die Wahrheit. Wir sind stolz, Teil dieser unglaublichen Bewegung der letzten Monate zu sein und glauben fest daran, dass das Gute gewinnen wird und auch der besorgteste Bürger irgendwann erkennt, dass jeder Mensch das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit hat."


Verteilen Kleidung auf der Balkanroute

Khudor, Welcomefeder
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Die Welcomefeder ist eine Gruppe von Helfern aus München, die aus Kunst- und Gastronomieszene kommen. Sie haben in den vergangenen Monaten Hilfsfahrten an die Grenzen von Kroatien, Ungarn und Mazedonien organisiert. Dabei haben sie Kleidung und andere Spenden vor Ort verteilt. "Wir können nicht von Menschlichkeit und Respekt reden, ohne endlich Zeichen zu setzen", sagt Khudor.

Zudem haben die Mitglieder der Gruppe ein Zeichen entwickelt. Das Federzeichen kann als Aufkleber an Geschäftseingängen angebracht werden, auf Autos und Briefkästen kleben. Die Feder soll Mitgefühl und Solidarität, sowie die geistige und aktive Unterstützung für Menschen, die geflüchtet sind, ausdrücken.


Dinner für Flüchtlinge

David Kasipovic, Welcome Dinner München
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Das Team von Welcome Dinner München besteht aus sieben Studenten, die sich gemeinsam das Ziel gesetzt haben, die Integration von Flüchtlingen voranzutreiben. Das Konzept ist einfach und wird auch schon in anderen Städten erfolgreich durchgeführt:

Einheimische Gastgeber laden Flüchtlinge zu sich nach Hause ein, um mit ihnen einen geselligen Abend bei einem gemeinsamen Abendessen zu verbringen. Ein herzlicher Empfang in den eigenen vier Wänden - es ist eine Geste der Freundschaft unseren neuen Mitbürgern gegenüber. "Damit wollen wir den aus ihrer Heimat vertrieben Menschen zeigen, dass Sie mit offenen Armen empfangen werden", sagt Kasipovic.


Schüler treffen Flüchtlinge

Anna-Katharina Stöcker, Komm.unity
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Das Projekt Komm.unity besteht aus Komm.unity, sechs Studenten und Studentinnen, die sich gemeinsam für die Integration von Flüchtlingen einsetzen.

Ihre Idee ist es, Schülern und gleichaltrigen Flüchtlingen einen Einblick in die Welt des jeweils anderen zu ermöglichen. Nach dem Vorbild eines Schüleraustauschs erleben jugendliche Flüchtlinge den Alltag deutscher Schüler im Unterricht und zu Hause, umgekehrt lernen die deutschen Schüler die Situation der Flüchtlinge vor Ort kennen.

"Wir sind davon überzeugt", sagt Stöcker, "dass eine solche Verbindung zwischen Schülern und minderjährigen Flüchtlingen den Austausch der Kulturen fördert und langfristig Bestand hat. Jeder kann seinen Teil zur Integration, von der alle sprechen, beitragen!"


Studenten geben Deutschunterricht

Franziska Harms, HumanPosters
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"Mit dem Blog HumanPosters wollen wir Flüchtlingen ein Gesicht geben, indem wir aus der Menschenmasse die Individuen hervorheben", erklärt Harms. "Jeder dieser Menschen hatte vor der Flucht ein Leben und besitzt viele Fähigkeiten und Talente. Wir machen es uns zur Aufgabe, Portraits zu posten, um die Menschen, die zu uns gekommen sind, für Euch greifbar zu machen." Damit wollen Harms und ihre Mitstreiter zeigen, dass Flüchtlinge in der Zukunft ihren Beitrag leisten und eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellen können.

Die Studenten aus Passau besuchen die Asylsuchenden in einem Café in Passau, um ihnen Deutschunterricht zu geben - oder sie gehen direkt in eines der Wohnheime der Stadt, um gemeinsam mit Ihnen zu kochen.


Sammeln Möbel für Flüchtlinge

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"Wir setzen uns, jeder nach seinen Möglichkeiten, dafür ein, dass in Castrop-Rauxel eine Willkommenskultur aufgebaut wird und Betroffene von uns die Hilfe erfahren, die wir selbst uns wünschen würden, wenn wir ohne Kenntnisse von Sprache und Kultur in einem fremden Land Zuflucht suchen", erklären die Gründer der Gruppe. Sie sammeln vor allem Möbel und Haushaltsgeräte für Flüchtlinge, die gerade eine neue Wohnung beziehen.

"Lohn für unsere Arbeit ist die Dankbarkeit bis hin zur wahren Freundschaften, die sich innerhalb kurzer Zeit entwickelt haben", sagen die Macher.


Teilt Kleider und Essen aus

Marion Ellen, Mitglied im Landesvorstand Bayern der Piraten Partei
marion ellen

"Ich war in den Tagen Ende August am Hauptbahnhof in München, um den Flüchtlingen zu helfen. " sagt Ellen. Seit dem engagiert sie sich für die Flüchtlinge. Zurzeit hilft sie vor allem am Zentralen Omnibusbahnhof in München und heißt die Flüchtlinge willkommen.


Licht und Wärme für die dunkelste Zeit

ZOB Angels
zob angels

Die ZOB Angels helfen dort, wo die Hilfe meist zuerst gebraucht wird. Nämlich dort, wo die Flüchtlinge ankommen. Die Gruppe von Privatpersonen gibt am Zentralen Busbahnhof in München (ZOB) gespendete Kleidung sowie Getränke und Essen aus.

Das Ziel, wie einer der Teilnehmer sagt: "Wir wollen ihnen mit viel Spaß und Herz den Aufenthalt am ZOB so angenehm wie möglich gestalten und ihnen etwas Licht und Wärme in ihre wohl dunkelste und kälteste Zeit bringen. Wenn wir dann noch in lächelnde Gesichter unserer Gäste sehen, wissen wir, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben und weiter zu machen."

Das Projekt wird unter anderem auch von den Unternehmen PWC, Sodexo, FlixBus und Vapiano mit Spenden unterstützt.


Organisiert Hilfskonvois

Akilnathan Logeswaran, Mitglied der United Nations Association of Austria
akilnathan logeswaran

Logeswaran findet es eine "Selbstverständlichkeit", sich für Bedürftige einzusetzen - "egal ob Flüchtlinge, Obdachlose oder Menschen in Slums".

Er sagt: "Ein Mensch ist Mensch und wer Hilfe benötigt, sollte diese bekommen. Für Menschlichkeit kann und darf es keinen Unterschied machen, ob ich 10 Kilometer weiter nördlich geboren wurde, oder 1000 Kilometer weiter südlich."

Und gerade nach den Terroranschlägen -- egal ob in Syrien, Ankara, Beirut oder Paris, sagt er: "Jetzt erst Recht! Logeswaran hat freiwillige Helfer koordiniert, er hat Hilfskonvois in die Balkanstaaten unterstützt und Aktionen wie das zivile Rettungsschiff der SOS Méditerranée finanziell unterstützt. Das Boot rettet Flüchtlinge in Seenot auf dem Weg von den Küsten Libyens nach Lampedusa und Sizilien.


Will ein positives soziales Umfeld schaffen

Daniel Silberhorn, Kellertheater Frankfurt
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Daniel Silberhorn will das Theater nutzen, um Flüchtlingen zu helfen. Er will die Neuankömmlinge damit "aus der Isolation holen" wie er sagt und ihnen ein "ein positives soziales Umfeld" schaffen. Das Theater versteht er als Ort "Begegnung" für verschiedene Kulturen.

"Ich selbst gebe im Kellertheater in Zusammenarbeit mit der Initiative ‚Teachers on the road' Deutschunterricht", erklärt er. "Außerdem bieten wir Flüchtlingen monatlich eine gewisse Zahl an Freikarten und realisieren Theaterprojekte mit ihnen."

Silberhorn ist davon überzeugt, dass wir als Gesellschaft "die Aufgabe haben, den Flüchtlingen zumindest zeitweilig ein Zuhause zu bieten". Und wer jetzt Hilfe bekomme, sei später viel eher bereit sein, sich positiv in die Gemeinschaft einzubringen.


Klärt über das deutsche Bildungssystem auf

Tatjana Lauk, InteGREATer e.V.
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Tatjana Lauk engagiert sich im Verein InteGREATer e.V.. Das Team unterstützt junge Menschen mit Migrationshintergrund dabei, einen erfolgreichen Berufsweg einzuschlagen, indem es Eltern über das deutsche Bildungssystem aufklärt und vom eigenen Werdegang berichtet.


Integration auf dem Platz

Fatih Köylüoğlu, Fußballmannschaft ASV Sankt Augustin
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"Fußball ist mit Abstand die beliebteste Sportart in unserem Land und spricht eine universelle Sprache über ethnische, religiöse, kulturelle und soziale Grenzen hinweg", Fatih Köylüoğlu

Und genau diese Sprache will er nutzen, um den Flüchtlingen den Alltag in Deutschland nahe zu bringen. Der Verein sammelt dafür gebrauchte Fußballschuhe, um den Flüchtlingen zu ermöglichen, an Spielen teilzunehmen. "Wir halten zusammen, da es unsere gesellschaftliche Verantwortung und menschliche Verpflichtung ist."


Auch auf HuffPost

Heftige Ausschreitungen: Tausende Flüchtlingsgegner wüten in niederländischer Kleinstadt

Polizistin behauptet: Flüchtlings-Probleme auf der Straße schlimmer als offizielle Zahle

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