"Auf einer Linie mit den Nazis": Mit dieser Rede sorgt AfD-Mann Höcke für einen Riesenskandal

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Höcke hielt eine radikale Rede | Screenshot/Panorama
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Der Titel der Veranstaltung sagte eigentlich schon alles: "Ansturm auf Europa". Unter diesem Motto hatte Ende November das Institut für Staatspolitik (ein Think-Tank der neuen Rechten) auf ein Rittergut in Sachsen-Anhalt geladen. Starredner war Björn Höcke, der Fraktionsvorsitzende der AfD im Thüringer Landtag.

Höcke fiel in den vergangenen Wochen immer wieder durch Reden und Interviews auf, in denen er gegen Flüchtlinge wetterte. Schon sein Auftritt bei Günther Jauch sorgte bei vielen Beobachtern für Kopfschütteln, als er eine Deutschlandfahne falsch herum über seinem Stuhl drapierte und über 1000 Jahre Deutschland schwadronierte.

Auf dem Rittergut hatte Höcke jetzt aber wohl seinen bisher radikalsten Auftritt.

Dabei forderte er eine "grundsätzliche Neuausrichtung der deutschen Asylpolitik". So weit, so gut. Aber dann kommt es:

"Die Evolution hat Afrika und Europa, vereinfacht gesagt, zwei unterschiedliche Reproduktionsstrategien beschert", sagte er. In Afrika herrsche der "Ausbreitungstyp" und in Europa der "Platzhaltertyp". Mit diesen Begriffen bezeichnen Biologen die Art, wie sich zum Beispiel Tiere fortpflanzen. Die einen breiten sich aus (Afrika), die anderen bleiben an ihrem Ort (Europa). Höcke sieht jenseits des Mittelmeeres außerdem den "lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp".

Hier ist die Rede im Video zu sehen (entsprechende Stellen ab Minute 28:20):



Wen das gefährlich an die evolutionsbiologischen Ideen der Nazis erinnert, der liegt richtig.

Was Höcke impliziert: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Afrika Europa überrennt. Weiter sagte er: "Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern."

Der Rassismus-Experte Robert Lüdecke von der Amadeu-Antonio-Stiftung meinte gegenüber der Tagesschau: Das, was Höcke sage, sei blanker "Rassismus auf einer Linie mit der Rassentheorie des Nationalsozialismus".

Der Berliner Extremismus-Forscher Hajo Funke sieht das ganz ähnlich:

Solche Ideen seien "purer biologischer Rassismus". Höcke sehe einen Rassenkampf zwischen Afrika und Europa. "Das ist unterste Schublade eines Rassismus, wie wir es aus dem Nationalsozialismus kennen", sagte er. Höcke sei ein "Rassist der ersten Sorte".

Die AfD sieht in den Aussagen kein Problem.

Höcke lehne Rassismus und die Rassentheorie der Nazis ab, weil sie seinem christlichen Menschenbild widerspreche, sagte eine Sprecherin der Partei gegenüber dem NDR.

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