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Sex gegen Demenz - Hurenverband: Immer mehr Prostituierte bedienen Kunden in Altenheimen

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Es war bislang ein Tabu-Thema: Prostitution in Altenheimen. Doch offenbar bieten Liebesdamen hierzulande ihren Service immer öfter auch in Senioren-Domizilen an. Davon gehen zumindest Hurenverbände aus. „Manche deutschen Altenheime lassen uns als Sexualassistentin zu einzelnen Bewohnern kommen“, sagt Stephanie Klee, Vorsitzende des Bundesverbands Sexuelle Dienstleistungen, im Gespräch mit der Huffington Post.

Klee ist sich sicher, dass die Zahl der Heime, die Sexdienstleisterinnen arbeiten ließen, zugenommen habe. Auch Mitglieder des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen bedienen Kunden in Altenheimen, heißt es dort auf Anfrage.

Die Verbandschefin sagt, es sei zwar nicht neu, dass Bewohner von Seniorenstiften Besuch von Huren bekommen oder selbst zu diesen gehen. „Doch erst seit einigen Jahren gehen immer mehr Heime offen damit um." Sie selbst habe Kunden in mehreren Altenheimen. Diese besuche sie für ihre Liebesdienste auch in deren Zimmern.

Klee vermutet, dass hinter der Entwicklung nicht zuletzt der Sicherheitsgedanke steht. „Die Leitungen wollen so auch die Bewohner und das Personal schützen.“ Schließlich könne es „zu Übergriffen kommen, wenn Bedürfnisse nicht ausgelebt werden“.

Zudem würden die Heime den Besuch der Huren aber auch aus medizinischen Gründen dulden und etwa bei dementen Patienten mitunter sogar selbst initiieren. Denn demente Menschen seien nach dem Besuch der Lustdamen nicht nur weniger aggressiv, sie blühten mitunter sogar richtig auf. „Diese Kunden achten dann mehr auf sich, wollen sich zum Beispiel wieder kämmen und verstärkt pflegen.“

Wieder andere sehen Sex als ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken. Aus diesem Grund, so berichtet die Berliner Lokalausgabe der "Bild"-Zeitung“, habe die Leitung eines Seniorenheims in der Landeshauptstadt sogar den Kontakt zu den Frauen organisiert. Das Heim will laut „Bild“ dennoch lieber anonym bleiben.

Offizielle Zahlen zu der Entwicklung gibt es allerdings nicht. Die "Bild" berichtete zwar unter Berufung auf den Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen, Prostituierte und Erotikmasseurinnen, dass „inzwischen in jedem zweiten der 370 Berliner Heime regelmäßig ihre Dienste anbieten“. Die Vorsitzende des Verbands Klee dementiert im Gespräch mit der Huffington Post diese angebliche Aussage jedoch: „Das ist Quatsch." Eine konkrete Zahl, wie viele Heime in Berlin oder anderswo ständig von Prostituierten besucht werden, gebe es nicht.

Unbestritten ist, dass regelmäßiger Sex gut für die Gesundheit ist. Dafür, dass ein aktives Liebesleben auch Demenz verlangsamen kann, fehlen bislang jedoch die Beweise. Ein australischer Wissenschaftler will allerdings bereits 2005 herausgefunden haben, dass regelmäßiger Sex ebenso wie schwierige Kreuzworträtsel und Jogging Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson vorbeugen kann. Der Grund: Geschlechtsverkehr hebt den Prolaktinspiegel - und Prolaktin ist bei der Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn behilflich.

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