POLITIK
30/11/2015 17:37 CET | Aktualisiert 30/11/2015 17:37 CET

Das ist die geheime Geldquelle des IS - und sie liegt mitten in Europa

IS Propaganda

Die Terroristen des Islamischen Staates müssen um ihre vermutlich lukrativste Einnahmequelle fürchten: den Handel mit Erdöl. Zwar gibt es Hinweise, dass die Türkei den Handel der Terroristen mit dem Rohstoff mindestens toleriert, aber Russland und Frankreich bombardieren teils erfolgreich die nötigen Anlagen in den von Terroristen kontrollierten Gebieten.

Doch die Islamisten haben inzwischen eine andere Einnahmequelle: Drogenhandel. Das zumindest glaubt der Terrorexperte Tom Keatinge vom Thinktank Royal United Services Institute (RUSI), wie die britische Boulevardzeitung „Daily Star Online“ schreibt.

Russland weist bereits seit Monaten auf die neue Einnahmequelle des IS hin. Im Frühling hatte die Russische Zentralbehörde für Drogenkontrolle (FSKN) laut einem Bericht der Agentur Tass geschätzt, dass die Terroristen bis zu eine Milliarde Dollar mit Drogenhandel verdienten. „Der Transport von Heroin aus Afghanistan durch IS-kontrollierte Gebiete ist eine große Einnahmequelle. Nach unseren Schätzungen erwirtschaftet der IS bis zu einer Milliarde Dollar mit Heroin aus Afghanistan, das durch dieses Gebiet transportiert werden“, sagte der Behörden Chef Viktor Ivanov. Die Drogen aus Afghanistan werden vor allem in den westlichen Industrienationen konsumiert - ein Großteil davon in Europa.

Ende Oktober legte Ivanov noch einmal nach. Laut Tass verdienen Extremistengruppen – darunter der IS – durch Drogenproduktion 350 Milliarden Dollar pro Jahr. Experte Keatinge sagte der Zeitung, es sei nicht klar, ob die Islamisten auch schon die Drogenproduktion kontrollierten, es mehrten sich aber die Hinweise, dass die IS-Terroristen in Afghanistan ihren Einfluss ausdehnten. Afghanistan gilt seit vielen Jahren als Hauptproduzent von Opium weltweit. Und baut seine Produktion offenbar noch weiter aus. In Afghanistan soll die Opiumernte 2014 um 30 Prozent höher ausgefallen sein als im Jahr zuvor.

Aufgabe der internationalen Gemeinschaft wird es nun sein, diesen Handel einzudämmen. Im Februar hatten die Vereinten Nationen in ihrer Resolution 2199 bereits festgehalten, dass sich Terrororganisation wie der IS über Drogenhandel finanzieren und dass die unterbunden werden müsse.

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