WIRTSCHAFT
30/11/2015 17:28 CET | Aktualisiert 30/11/2015 19:10 CET

Glyphosat in Backwaren: 100 Forscher warnen vor diesem Discounter-Brötchen

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Brötchen

In fast allen Broten, Brötchen und Backwaren steckt ein gefährlicher Stoff, den kaum ein Verbraucher kennt: Glyphosat. Es ist das meistverkaufte Pestizid der Welt. Landwirte spritzen dieses Gift vor der Ernte in großen Mengen auf ihre Felder – bis es schließlich in unserem Essen landet. Tests haben gezeigt, dass das Gift besonders in Billig-Brötchen vorkommt.

Wissenschaftler sind sich bis heute nicht einig darüber, ob das Pestizid gefährlich für den Menschen ist und dem Organismus nachhaltig schaden kann.

„Wahrscheinlich nicht krebserregend“ – das war das Ergebnis eines Berichts, den die EU-Behörde Efsa vor kurzem veröffentlichte. Auch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) stützte diese Einschätzung: Von Glyphosat gehe „kein krebserzeugendes Risiko“ aus, behaupten Experten des Instituts.

Das ist die eine Seite. Jetzt haben 100 renommierte Wissenschaftler Protest eingelegt – und in einem offenen Brief schwere Vorwürfe gegen die Berichte der Kollegen erhoben. Dieses Schreiben liegt der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) und dem MDR vor.

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Erhebliche Kritik an Bericht der Efsa

Darin heißt es laut „SZ“: Die Analyse sei in Teilen „wissenschaftlich unakzeptabel“. Außerdem seien die Ergebnisse „durch die vorliegenden Daten“ nicht gedeckt. Die Forscher fordern die EU-Kommission auf, „die fehlerhafte Bewertung der Efsa nicht zu beachten“.

Unter den Unterzeichnern finden sich Wissenschaftler von renommierten Instituten wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Krebsforschungszentrum Heidelberg oder der Leibniz-Gemeinschaft. Auch Forscher aus den USA, Australien und Japan haben den Brief unterzeichnet. Die Kritiker kommen aus insgesamt 25 Ländern.

BfR nimmt Stellung zu Vorwürfen

Das BfR weist die Vorwürfe auf Anfrage der „SZ“ zurück: "Die in dem offenen Brief getroffenen Aussagen zur Kanzerogenität von Glyphosat kann das Bundesinstitut für Risikobewertung wissenschaftlich nicht nachvollziehen.“

Den Brief will Christopher Portier, Koordinator des Programms, am Dienstag in Brüssel persönlich übergeben. Mitte 2016 wird die EU-Kommission über die Richtlinien zur Verwendung von Glyphosat entscheiden.

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