POLITIK
30/11/2015 06:34 CET | Aktualisiert 30/11/2015 11:38 CET

CSU fordert: Burkaverbot soll auch für Touristinnen gelten

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CSU-Forderung: Burkaverbot in Deutschland soll auch für Touristinnen gelten

Die CSU heizt die Debatte um ein Verbot der Vollverschleierung für Frauen in Deutschland an. Erst kürzlich stimmte die Partei auf ihrem Parteitag für zwei Anträge, die das Tragen von Burka und Niqab (Gesichtsschleier) in der Öffentlichkeit untersagen sollen. Jetzt legt Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nach.

Im Interview mit der Tageszeitung die "Welt" forderte sie vom Bundestag, das Verbot von Burka und Niqab zügig zu verabschieden. "Es passt nicht in unsere Kultur, sich zu verbergen – und es widerspricht unserer Vorstellung von einer Gleichstellung der Frau", sagte Aigner. Die CSU-Politikerin erwartet, dass sich auch arabische Touristinnen an diese Vorgabe halten.

Und das könnte durchaus heikel werden. Denn arabische Touristinnen lieben München und seine Einkaufsstraßen. Bleiben sie künftig weg? Als vergangene Woche der Kanton Tessin in der Schweiz ein Burkaverbot beschloss, kam scharfe Kritik aus der Tourismusbranche. Die fürchtet Umsatzeinbußen und einen Imageschaden. So könnte das Tessin in der gesamten muslimischen Welt als intolerant in Verruf kommen. Die Folge: Noch mehr Touristen würden wegbleiben. Wer im Tessin mit einer Burka erwischt wird, muss künftig bis zu 10.000 Franken (circa 9400 Euro) Strafe zahlen.

Aigner ficht dieses Argument nicht an. Der "Welt" sagte sie: "Als ich in den Iran gereist bin, habe ich die Gebote des Landes befolgt und ein Kopftuch getragen. Ebenso erwarte ich von Frauen aus dem arabischen Raum, dass sie hierzulande auf die Vollverschleierung verzichten. Solche Gesetze gelten nicht nur für Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit."

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