POLITIK
29/11/2015 07:21 CET | Aktualisiert 30/11/2015 07:37 CET

Putins Vergeltung: Mit diesen 5 radikalen Maßnahmen rächt sich Russland jetzt an der Türkei

Es ist die (leicht verspätete) Rache Russlands: Kremlchef Wladimir Putin hat mit weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei auf den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs reagiert. Einen entsprechenden Erlass unterzeichnete der russische Präsident am Samstag in Moskau, wie der Kreml mitteilte.

Mit einem umfassenden Importstopp für türkische Waren, Arbeitsverboten und Sanktionen gegen die Tourismusbranche dürfte dadurch ein Großteil der russisch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen betroffen sein.

Mit diesen fünf Maßnahmen will sich Putin jetzt an Ankara rächen:

  • 1. Der Kreml-Chef wies seine Regierung an, eine Liste mit türkischen Waren zu erstellen, deren Einfuhr vorübergehend verboten oder begrenzt werden soll. Türkische Unternehmen müssen dem Erlass zufolge bestimmte, von der Regierung festgelegte Aktivitäten in der Russischen Föderation einstellen.

  • 2. Russische Unternehmen dürfen vom 1. Januar 2016 an vorübergehend keine türkischen Bürger mehr einstellen.

  • 3. Putins Erlass sieht auch verschärfte Kontrollen des Verkehrs zwischen beiden Länder vor. Türkische Lastwagen sowie Schiffe sollen an den Grenzen und in den Häfen stärker überprüft werden. Russland begründet dies mit Sicherheitsbedenken.

  • 4. Besonders stark dürfte die Tourismusbranche leiden. Russische Reiseveranstalter können künftig keinen Urlaub in der Türkei mehr anbieten. Fluggesellschaften müssen zudem auf Charterflüge zwischen Russland und der Türkei verzichten.

  • 5. Bereits am Freitag hatte Russland angekündigt, ab 1. Januar die Visapflicht für türkische Bürger wieder einzuführen. Diesen Schritt ordnete Putin jetzt in seinem Erlass an. Die Türkei ist eines der beliebtesten Reiseziele der Russen.

"Es ist verboten, sich an Russland zu vergreifen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow derweil am Samstag im Staatsfernsehen. Er machte deutlich, dass der Schaden für die russisch-türkischen Beziehungen nur schwer wiedergutzumachen sei. Präsident Putin widme dem Vorfall seine maximale Aufmerksamkeit.

Seit dem Abschuss des russischen Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze am vergangenen Dienstag sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt. Putin wirft der Führung in Ankara eine geplante Provokation vor und verlangt eine Entschuldigung.

Schwere Vorwürfe gegen Putin aus dem Westen

Moskau bombardiert seit Ende September Ziele in Syrien. Damit soll nach Angaben des Kremls die Terrormiliz IS bekämpft werden. Der Westen und syrische Aktivisten werfen Russland jedoch vor, die meisten Luftangriffe richteten sich gegen andere Rebellen, um die ausgelaugten Kämpfer seines Verbündeten Baschar al-Assad zu unterstützen.

Nach den Terroranschlägen von Paris bemüht sich Frankreich, eine internationale militärische Allianz gegen den IS zu schmieden und auch Russland einzubinden.

Mit Material von dpa

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