LIFESTYLE
29/11/2015 16:58 CET | Aktualisiert 29/11/2015 17:01 CET

Jahrelang betrog er seine Frau. Ihr Abschiedsbrief hat es in sich

Kathrin Ziegler via Getty Images
Jahrelang betrog er seine Frau. Ihr Abschiedsbrief hat es in sich

Manchmal begreifen die Menschen viel zu spät, worum es im Leben wirklich geht. Und manchmal ist es dann längst zu spät. Genau darum geht es auch in diesem Brief, den wir auf hrtwarming.com gefunden haben:

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Lieber ______________,

du hast mich lange Zeit angelogen. Du hast mich fast jeden Tag belogen. Dachtest du, ich merke das nicht? Es ist 18 Jahre her, dass wir uns kennenlernten und du bist ein ziemlich schlechter Lügner. Ich sehe es in deinem Gesicht, wenn du lügst und ich höre es in deiner Stimme. Ich weiß schon sehr lange, dass du mich anlügst, aber ich habe es hingenommen.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass du mich überhaupt wahrgenommen hast. Wenn du aufwachst, ist das Frühstück fertig. Du isst und dann verlässt du das Haus. Wenn du nach Hause kommst, ist das Abendessen fertig. Du isst, erledigst ein wenig Papierkram und dann gehst du ins Bett.

Ich wollte dich fragen, was los ist und mit dir kommunizieren, aber du nimmst meine Existenz kaum wahr. Ich wollte wissen, was ich falsch gemacht habe, damit ich etwas verbessern kann. Aber du bist so selten zu Hause. Nicht einmal an den Wochenenden. Dann fand ich heraus, dass du die ganze Zeit mit anderen Frauen geschlafen hast.

Als ich dahinter kam, brach ich zusammen. Ich konnte es nicht verstehen. Aber ich wollte es verstehen. Ich habe getan, was ich konnte, um die beste bessere Hälfte zu sein, die man sich nur wünschen kann, nicht wahr? Ich habe mich davon abgehalten, dich darauf anzusprechen und wir sind bei unserer alten Routine geblieben und so geht das jetzt seit mehr als einem Jahr.

Etwa zu der Zeit vor einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Als ich es dir gesagt habe, hast du dich endlich einmal für mich interessiert. Du hast endlich meine Existenz wahrgenommen. Ich hatte wieder das Gefühl, dass ich dir wichtig bin. Ich war glücklich, endlich war ich wieder auf deinem Radar. Und ich dachte: 'Jetzt ist alles wieder so, wie es sein sollte'.

Bis ich herausfand, dass du dich immer noch mit anderen Frauen triffst. Und wieder konfrontierte ich dich nicht.

Ich war schon froh, dass du mich überhaupt wieder wahrgenommen hast. Dass du hin und wieder etwas zu dem Essen gesagt hast, das ich zubereitet habe.

Aber ich konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken. Ich dachte darüber nach, dass du mit diesen Frauen zusammen bist, wenn du nicht zu Hause bist. Immer wenn du eine SMS bekommst, ist sie von einer von ihnen. Ich habe viel zu oft hinter deinem Rücken geweint. Ich wollte nicht, dass du meine Schwäche siehst.

Ich habe geweint, weil ich wusste, dass dein Mitleid alles ist, was ich noch habe. Mitleid für meine Krankheit. Ich fühlte mich wie eine Bettlerin. Eine Bettlerin, die nur die Reste verdient, die glücklichere Menschen übrig lassen. Ich wollte weglaufen, aber es gibt keinen Ort für eine obdachlose Bettlerin wie mich, keinen Ort an den ich heimkehren könnte.

Aber mach dir keine Sorgen, Schatz. Ich habe ohnehin nicht mehr viel Zeit. Bald wirst du die Freiheit haben, bei ihnen zu sein. Du musst mich nicht mehr hintergehen.

Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich nicht so war, wie du mich wolltest. Es tut mir leid, dass ich deine Bedürfnisse nicht erfüllen konnte. Es tut mir leid, dass ich zu feige war, es auszusprechen.

Ich liebe dich, glaub mir, ich liebe dich so sehr. Und obwohl du mich so oft zum Weinen gebracht hast, liebe ich dich noch immer.

Ich hoffe, dass du eines Tages in der Lage sein wirst, das hier zu lesen und zu realisieren, dass ich es bin. Ich hoffe, dass du eines Tages herausfinden wirst, dass dies die Stimme ist, die ich all die Jahre unterdrückt habe. Schatz, du weißt, wie sehr ich dich liebe. Deshalb bist du frei. Finde den Menschen, der dich glücklich und zufrieden macht.

Ich habe nur einen Wunsch an dich: Bitte bring diesen Menschen nicht zum Weinen. Bitte, lass sie nicht eine Träne vergießen und wenn doch, dann eine Freudenträne.

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