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27/11/2015 14:30 CET

Bill Gates auf Twitter: Dieses Wundermittel könnte jedes Jahr 800.000 Leben retten - und es existiert seit Anbeginn der Menschheit

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Bill Gates auf Twitter: Dieses Wundermittel könnte jedes Jahr 800.000 Leben retten

Microsoft-Gründer Bill Gates nutzt seinen 25-Millionen-Follower starken Twitter-Account regelmäßig, um auf globale Missstände, große technische Innovationen oder faszinierende Eigenheiten der Natur hinzuweisen.

Erst vor wenigen Wochen teilte Gates einen Artikel der "New York Times" (NYT) mit den Worten: "Diese Wunder-Substanz könnte 800.000 Kinder pro Jahr retten - und es existiert seit Anbeginn der Menschheit"

Um welche Substanz es sich handelt?

Eine, die mehr Kinderleben in der dritten Welt retten könnte, als durch Malaria und Aids genommen werden, schreibt NYT-Kolumnist Nicholas Kristof in dem kürzlich erschienenen Artikel.

Eine, die Ohr-Entzündungen bekämpft, die Intelligenz fördert und die überall erhältlich ist - selbst in den ärmsten Dörfern. Diese Substanz existiert seitdem es Menschen gibt und sie kostet keinen Cent.

Es ist Muttermilch.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass jedes Jahr bis zu 800.000 Kinderleben in der dritten Welt gerettet werden könnten, wenn diese drei Regeln mein Stillen eingehalten werden.

- Säuglinge sollten innerhalb von einer Stunde nach der Geburt zum ersten Mal gestillt werden.

- In den ersten sechs Lebensmonaten sollte Muttermilch die einzige Nahrungsquelle sein.

- Zusätzlich zu fester Nahrung sollten Kinder bis zum zweiten Lebensjahr gestillt werden.

Trotz der faszinierenden Eigenschaften und zahlreichen Vorteilen von Muttermilch werden nach WHO-Angaben nur 40 Prozent der Säuglinge unter sechs Monate ausschließlich gestillt.

Dabei ist das Risiko für ein Baby, in den ersten sechs Monaten seines Lebens zu sterben, bei Kindern, die nur Muttermilch bekommen, um ein 14-faches geringer.

Babys, die nicht gestillt werden, sterben zum Beispiel elf Mal häufiger an Durchfall und Lungenentzündungen als Babys, die Muttermilch bekommen.

Die Kindersterblichkeitsraten könnten drastisch gesenkt werden, wenn Mütter in Entwicklungsländern ausreichend aufgeklärt würden. Viele Frauen kennen die enormen Vorteile nicht, werden nicht richtig informiert oder durch kulturelle Traditionen vom Stillen abgehalten.

Einige sind zudem darauf angewiesen, kurz nach der Geburt wieder zu arbeiten, was das Stillen erschwert.

Doch es gibt Hoffnung: In Regionen, in denen gezielte Aufklärung zum Thema Muttermilch betrieben wurde, stieg die Anzahl von Frauen, die ihre Säuglinge ausschließlich stillen, um ganze 44 Prozent - ein enormer Erfolg.


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