POLITIK
27/11/2015 04:36 CET | Aktualisiert 27/11/2015 13:44 CET

Hollande trifft Putin: Ist das der Durchbruch für die Anti-IS-Koalition?

AFP
François Hollande und Wladimir Putin gestern abend

Ist dies der Durchbruch für ein Bündnis mit Putin gegen den IS? Frankreich und Russland haben Fortschritte beim Aufbau einer internationalen Allianz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien gemacht.

Putin machte ein entscheidendes Zugeständnis. Bei einem Besuch des französischen Präsidenten François Hollande in Moskau sicherte er zu, in Zukunft die gemäßigte syrische Opposition zu schonen. Man habe vereinbart, Angriffe auf bewaffnete Gruppen zu vermeiden, die ihrerseits gegen den Terror kämpfen, sagte Putin. Bislang stuft Russland alle Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Terroristen ein.

In einem Punkt gingen die Meinungen allerdings auseinander. Was die Zukunft Assads anbetrifft, gab es keine Annäherung. Der syrische Bürgerkrieg brauche eine politische Lösung, sagte Hollande. Assad müsse gehen. Putin erklärte, der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei nur mit Bodentruppen zu gewinnen.

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Dafür seien Assad und seine Armee "die natürlichen Verbündeten". Hollande sagte, dass der syrische Staatschef "keinen Platz in Syriens Zukunft" hat. Putin signalisierte allerdings einen Ausweg aus diesem Dilemma: Er betonte, dass das "Schicksal der syrischen Präsidenten ausschließlich in den Händen des syrischen Volkes" liegen solle. Das hört sich so an, als würde er es akzeptieren, wenn Assad abgewählt würde.

Hollande und Putin vereinbarten eine engere Kooperation. Ihre Länder sollen im Kampf gegen den Terror Informationen austauschen. Nach den Anschlägen von Paris mit mehr als 130 Toten und dem Bombenanschlag auf ein russisches Passagierflugzeug mit 224 Toten drohten Frankreich und Russland, sie würden die Verantwortlichen gemeinsam aufspüren und bestrafen. Hollande hat sich in dieser Woche schon mit den USA, Großbritannien, Deutschland und Italien abgestimmt, um einen gemeinsamen Kampf gegen den IS zu organisieren.

Putin näherte sich auch in Worten der bisher US-geführten Koalition an. "Wir achten diese Koalition, die von den USA geführt wird, und sind bereit, mit ihr zusammenzuarbeiten", sagte er nach Angaben russischer Agenturen.

Mit Material der AP und der dpa

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