POLITIK
26/11/2015 14:15 CET | Aktualisiert 26/11/2015 20:35 CET

Deutschland zieht in den Anti-Terror-Krieg: 5 Dinge, die ihr jetzt wissen müsst

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Was vor wenigen Wochen noch ausgeschlossen war, nimmt jetzt konkrete Züge an. Gegen den Terror zieht Deutschland in einen neuen Krieg. Das Wichtigste im Überblick.

1. Darum geht’s:

Henning Otte, verteidigungspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion, kündigt laut Medienberichten an, dass Deutschland Aufklärungsjets nach Syrien schicken will, um Frankreich im Kampf gegen den "Islamischen Staat" zu unterstützen. Spekuliert wird auch über Satellitenauflärung zur Zielerfassung und einen Marine-Einsatz. Die Franzosen haben ihren Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins östliche Mittelmeer geschickt. Möglich wäre die Absicherung durch eine deutsche Fregatte.

2. Es wäre der dritte Kampfeinsatz der Bundeswehr

Mit einer Beteiligung an den Luftangriffen wäre die Bundeswehr erst zum dritten Mal in ihrer Geschichte in einen offensiven Kampfeinsatz - also die aktive Bekämpfung eines Gegners - involviert. Im Kosovo-Krieg bombardierten deutsche Tornados serbische Luftabwehrstellungen. In Afghanistan bekämpfte die Bundeswehr in offensiven Operationen die radikalislamischen Taliban am Boden. Der Kampfauftrag dort lief aber Ende 2014 aus.

3. Das ist der bisher wichtigste deutsche Beitrag im Kampf gegen den IS

Die Bundesregierung wollte sich eigentlich darauf beschränken. Die Terrorserie in Paris vor zwei Wochen hat die Haltung aber verändert. Deutschland ist jetzt auch grundsätzlich bereit, sich mit der Bundeswehr aktiv an dem Kampf gegen den IS zu beteiligen. Das machte die Kanzlerin dem französischen Präsidenten François Hollande am Mittwochabend bei einem Treffen in Paris deutlich. "Der Islamische Staat muss mit militärischen Mitteln bekämpft werden", sagte Merkel.

4. Die Kritik an dem geplanten Einsatz ist groß

Die Linke warnte vor einer Verstärkung der Terrorgefahr in Deutschland durch ein Eingreifen der Bundeswehr in den Anti-IS-Kampf. "Dass Deutschland jetzt seinerseits in diese militärische Eskalation einsteigen will, wird den Konflikt nicht eindämmen und die Dynamik in der Entwicklung des militanten Islamismus nicht stoppen", sagte Parteichef Bernd Riexinger der Deutschen Presse-Agentur. "Im Gegenteil, Deutschland rückt dadurch stärker in den Fokus dieser Gewalttäter.“

5. Der Feldzug hatte sich angekündigt

Nach der Terrorserie in Paris hatte Merkel Frankreich "jedwede Unterstützung“ zugesagt. Bereits am Mittwoch hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Entlastung der Franzosen durch eine Ausweitung der Bundeswehreinsätze im westafrikanischen Mali und im Irak zugesagt. Im Irak bilden deutsche Soldaten die kurdische Peschmerga-Armee für den Kampf gegen den IS aus, der auch mit deutschen Waffen geführt wird.

mit Material von dpa

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