POLITIK
26/11/2015 05:40 CET | Aktualisiert 26/11/2015 06:23 CET

Schrecklicher Verdacht - aus diesem Grund konnten die Attentäter so emotionslos töten

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Wenn Überlebende der Attentate von Paris die Täter beschreiben sollten, fiel oft ein Wort: "Zombies". Die Attentäter hätten völlig emotionslos und ruhig gewirkt, sagen viele.

Eine Zeugin aus der Konzerthalle Bataclan sagte dem Sender M6: "Ich sah einen Mann, der friedlich, ausgeglichen, mit einem Gesicht, das fast heiter und besinnlich wirkte, auf die Bar zuging. Er besprühte die Terrasse mit Kugeln, als würde er mit dem Gartenschlauch seinen Rasen besprühen." Auch andere Zeugin sagte, die Attentäter hätten "wie auf Drogen" gewirkt.

Es könnte tatsächlich sein, dass sie Aufputschmittel genommen hatten. Ein Fund in dem Hotel, in dem sich die Täter eingemietet hatten, erhärtet einen Verdacht. Es gibt Hinweise darauf, dass die Attentäter eine Droge namens Captagon konsumierten, um sich auf die Anschläge in der französischen Hauptstadt vorzubereiten.

In einem Hotel nahe Paris, in dem der mutmaßliche Attentäter Salah Abdeslam zwei Zimmer gemietet hatte, haben Polizisten Spritzen, Nadeln und Plastikrohre gefunden. Das seien verschiedenen Medienberichten zufolge Beweise dafür, dass die Attentäter dort Captagon konsumiert hätten, um sich vorzubereiten.

Noch ist dies nicht sicher. Die französische Polizei weist darauf hin, dass erst forensische Tests abgeschlossen werden müssen. Die Nadeln und Spritzen könnten auch verwendet worden sein, um die Sprengstoffwesten auf den Anschlag vorzubereiten.

Die synthetische Droge ist fast ausnahmslos im Nahen Osten zu finden. Sie ist beliebt bei den Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat, denn sie dämpft Gefühle wie Schmerz, Furcht oder Hunger. Außerdem hält sie die Kämpfer wach. Das hat Captagon den Spitznamen "Dschihadisten-Droge" eingebracht. Die "Washington Post" nannte Captagon sogar die "kleine Pille, die den Krieg in Syrien befeuert und Kämpfer in übermenschliche Soldaten verwandelt".

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