POLITIK
25/11/2015 04:36 CET | Aktualisiert 25/11/2015 07:51 CET

Viktor Orbán: "Alle Terroristen sind Migranten"

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Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán

Nach den Anschlägen von Paris gibt es ein politisches Tabu: Man soll die Terrorismus-Gefahr nicht mit der Flüchtlingssituation vermengen. Doch der ungarische Regierungschef Viktor Orbán hat davon offenbar noch nichts gehört.

In einem Interview sagte er, der Zuzug von Muslimen führe zu Terrorismus. Im Gespräch mit dem Magazin "Politico" sagte er wörtlich: "Natürlich wird dies nicht akzeptiert, aber Fakt ist, dass alle Terroristen im Grunde genommen Migranten sind. Die Frage ist nur, wann sie in die Europäische Union emigriert sind."

Das Problem sei die Kultur der Migranten. Der umstrittene Rechtsaußen ist der Ansicht, dass Muslime in Europa in "Parallelgesellschaften" leben. Sie hätten zwar europäische Pässe, würden aber westliche Werte zurückweisen. Er wies darauf hin, dass sechs der neun Angreifer aus Paris in der EU geboren seien oder europäische Staatsbürgerschaften hätten.

Die politischen Führer würden die Augen vor der Realität verschließen. Es sei ein "offensichtlicher Fakt", dass es eine "überwältigende logische Verbindung" zwischen Terrorismus und der Migration von Muslimen nach Europa gebe. Daher setze er sich für strenge Grenzkontrollen nach Europa ein. "Der Großteil der politischen Führer verneint diesen Fakt", fügte er hinzu. Dieses Verneinen des "Offensichtlichen" destabilisiere Europa und weite "die Kluft zwischen den Führern und dem Volk."

Er sagte, die ganze Europäische Union müsse neu überdacht werden. Auf die Frage, ob er der Ansicht ist, dass es die EU in zehn Jahren noch geben werde, antwortete er: "Das ist eine offene Frage."

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