POLITIK
24/11/2015 17:04 CET

Sächsischer Arzt weigert sich, Flüchtlinge zu behandeln

Thinkstock

Die ärztliche Ethik sieht vor, dass Mediziner alle Menschen gleich behandeln. Der aktuelle Fall eines in Sachsen praktizierenden Arzts erinnert daran, dass die Realität wohl oft anders aussieht.

Der Internist Thomas Schädlich soll zugegeben haben, keine Ausländer behandeln zu wollen. Das geht aus einer Beschwerde hervor, die der Sächsischen Landesärztekammer vorliegt, berichtet die "Freie Presse". "Wenn ich Ausländer behandeln wollte, wäre ich zu Ärzte ohne Grenzen gegangen", soll Schädlich in einer Gemeinderatssitzung gesagt haben.

Konkret ging es wohl um Geflüchtete. In der Sitzung, in der Schädlichs Äußerung gefallen sein soll, ging es laut Informationen der "Freien Presse" um eine neue Flüchtlingsunterkunft in der Gemeinde.

Mit rechtlichen Konsequenzen muss der Mediziner wohl nicht rechnen. Obwohl der Arzt laut Beschwerde offen gestanden haben soll, dass er sich nicht an den Hippokratischen Eid halte, wird man ihn kaum belangen können. Knut Köhler von der Landeskammer erklärte im Interview mit dem "Stern": "Das ist, wie wenn Sie in der Kneipe ankündigen, eine Bank überfallen zu wollen. Solange keine konkrete Handlung vorgenommen wird, kann rechtlich nichts passieren".

Schädlich wehrt sich mittlerweile öffentlich gegen die Vorwürfe. "Mir geht es nur um die Grundversorgung, im Notfall behandle ich natürlich jeden", sagte er im Gespräch mit der "Bild". Laut Landeskammer darf nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsrecht allerdings kein Arzt einem Patienten wegen dessen Hautfarbe, Religion oder Staatsangehörigkeit eine Behandlung verweigern - weder im Notfall, noch bei der Grundversorgung.

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