LIFESTYLE
24/11/2015 18:58 CET

Du kannst nur wirklich glücklich sein, wenn du dich von deinen Eltern löst

Tim Robberts via Getty Images
Woman with hand in the air.

Man lernt so einiges beim Leben. Welche Freundschaften gut tun, welche Beziehungen man besser schnell beenden sollte. Irgendwann kennt man sie, die eigenen Leidenschaften, die geheimen Wünsche. Irgendwann, hoffentlich, spricht man sie aus, lebt danach. Und versucht sich einzurichten, in dieser Welt. Mit dem was man mag, was man will.

Doch es gibt eine Sache, die holt uns oft genug wieder ein. Ganz egal, wie alt wir werden. Ganz egal, wie weit wir weg sind. Unsere Eltern.

Denn unsere Eltern sind immer da. Mit ihren Sorgen um uns, mit ihren Wünschen für unser Leben. Arbeiten wir nicht zuviel? Haben wir auch anständige Schuhe für den Winter? Sollten wir nicht besser noch etwas durchhalten, in dem Job, den wir nicht mehr ertragen? Geht es uns gut?

Manchmal, nach solchen Gesprächen, wissen wir das selber nicht mehr.

Denn irgendwie hinterlassen diese Gespräche oft ein unsicheres Gefühl in einem. Mache ich eigentlich wirklich das Richtige mit meinem Leben? Oder mache ich gerade einen Riesenfehler? Was kann ich ihnen eigentlich erzählen, ohne dass ich mich sofort schlecht dabei fühle?

Dieses unsichere Gefühl nagt dann an einem, es zieht einen runter. Eben hatte man noch voller Tatendrang von den neuesten Projekten erzählt und nun ist die Luft raus. Denn wir haben nicht bekommen, was wir insgeheim ersehnen: Die Bestätigung der Eltern.

Wir wollen unseren Eltern gefallen. Die Zeiten, in denen wir sie schocken wollten, sind vorbei. Wir suchen heimlich nach ihrem Applaus und wenn der nicht kommt, müssen wir irritiert feststellen, dass wir vielleicht besser alleine für unsere Lebensentscheidungen gerade stehen sollten. Ob mit oder ohne Applaus.

Anders können wir nicht glücklich sein. Denn unsere Eltern wollen zwar nur das Beste für uns, aber woher sollen sie denn wissen, was das ist?

Egal, wie nah wir ihnen sind. Sie kennen unsere Welt einfach nicht. Sie sind selbst in einer anderen Welt aufgewachsen. In einer Welt mit Berliner Mauer und Kaltem Krieg. Mit Fax-Maschinen und D-Mark. In einer Welt, in der man in der Regel einen Job bis zur Rente hatte. In einer Welt ohne Internet, ohne Vernetzung. In einer Welt mit noch ganz anderen Beziehungsmodellen, als wir sie jetzt leben.

Wir mögen ihnen noch so viel von uns erzählen. Sie haben nicht erlebt, was wir erlebt haben. Und das ist auch gut so, es geht sie nämlich nicht alles etwas an. Denn das ist unser Leben und wenn wir uns nicht von unseren Eltern lösen, werden wir nie alleine glücklich werden.

Das ist anstrengend und es ist auch schmerzhaft. Aber wenn wir diesen Schritt nicht gehen, verpassen wir es vielleicht: Unser eigenes Leben.

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