POLITIK
23/11/2015 20:54 CET | Aktualisiert 23/11/2015 23:02 CET

Skandal-Video aufgetaucht: Sicherheitsmann vom Lageso in Berlin hetzt mit Nazi-Parolen gegen Flüchtlinge

dpa

Am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Wie "Bild" und "B.Z." berichten, zeigt ein Video, wie ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals in Nazi-Vokabular gegen Flüchtlinge, Politiker und Helfer an der Einrichtung hetzt.

Die Aufnahmen stammen aus Räumlichkeiten zum Eingang des Lageso-Areals, schreiben die Zeitungen. Die Aussagen des Mannes, der auf dem Video zu sehen ist, sind erschreckend. Minutenlang redet er auf seinen Kollegen ein, benutzt übelste Nazi-Parolen.

Er macht unmissverständlich deutlich: Die Flüchtlinge, für deren Sicherheit er am Lageso sorgen soll, würde der Sicherheitsmann am liebsten so schnell wie möglich loswerden. "Die schleppen alles hier rein", sagt er. Sein Kollege pflichtet ihm bei: "Ich wär ja dafür, ein Maschinengewehr und...". Das Ende des Satzes geht im Stimmengewirr unter, doch es braucht nicht viel Fantasie, um ihn zu vervollständigen.

Der Angestellte der Security-Firma spricht davon, dass er "Hakenkreuze in die Augen" kriege, wenn er nur an all die Flüchtlinge denke. Wie lange das denn noch so weitergehen solle. "Minimum zwei Jahre geht die Scheiße", hört man ihn sagen.

In zwei Jahren sei es in Deutschland "eine Revolution" passiert, dann gebe es "die ganze Scheiße" nicht mehr. "Dann fliegen die aus dem Land raus." Dann sei der Spuk vorbei. "So einfach ist das alles. Und wenn es nicht knallt, gibt es einen Rechtsruck", hört man den Mann auf dem Video sagen. "Die sorgen dann schon dafür, dass das ein für alle Mal aufhört."

Die Rechten - "wir" - machten es "auf die radikale Weise", warnt er. Da werde nicht mehr danach gefragt, ob das richtig sei oder falsch. "Dann wird das einfach gemacht." Wo gehobelt werde, da fielen eben Späne, sagt er - "bis zum bitteren Ende".

Er fühlt sich ganz offensichtlich "den Rechten" in Deutschland zugehörig. Alles, was "der Sache dient", findet der Sicherheitsmann gut. Pegida und AfD hätten absolut recht, nur "die da oben" hörten nicht zu. Dass "das" nicht gutgehen könne, das sehe doch ein Blinder mit dem Krückstock.

Die Flüchtlingswelle richte Deutschland und Europa zugrunde. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die rechten Parteien auch in Deutschland stärker würden. "Wenn sie die Warnzeichen nicht verstehen, dann kriegen sie irgendwann die Rechnung präsentiert", sagt er weiter.

Und als man denkt, die Nazi-Parolen könnten nicht mehr widerwärtiger werden, fordert der Wachmann, die Flüchtlinge doch in Konzentrationslager zu schicken. "Auf das Tor. Arbeit macht frei."

Sozialsenator Mario Czaja (CDU) zeigte sich in einer Erklärung zu dem Vorfall schockiert: "Ich bin entsetzt über die menschenverachtenden Äußerungen und das inakzeptable Verhalten des Mitarbeiters. Dafür gibt es keine Rechtfertigung," sagte er der dpa.

Ende Oktober hatte das brutale Vorgehen von drei Sicherheitsleuten für Schlagzeilen gesorgt. Auf einem Video war zu sehen, wie drei Sicherheitsleute erst auf einen Asylbewerber und dann auf zwei weitere Flüchtlinge, die ihm zu Hilfe kamen, einschlugen und traten. Die Männer werden nicht mehr bei der Einrichtung eingesetzt. Es wurde eine interne Untersuchung veranlasst.

mit Material von dpa

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