WIRTSCHAFT
23/11/2015 08:21 CET | Aktualisiert 18/01/2016 14:08 CET

Diese Wahrheit über die Deutschen sollte uns Sorgen machen

dpa

Kaufen, anziehen, wegwerfen - hemmungsloses Shoppen ist für viele Deutsche mittlerweile zu einer Art Hobby geworden. Kein Wunder, Klamotten-Discounter wie Primark werben mit Niedrigpreisen für ihre Ware, viele tragen ihre Kleider nur ein paar Mal, dann muss etwas Neues her.

Entwickelt sich Deutschland zur Wegwerf-Gesellschaft? Zumindest wenn es um Klamotten geht, scheint das zu stimmen. Von den 5,2 Milliarden Kleidungsstücken in deutschen Schränken werden 40 Prozent sehr selten oder nie getragen, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Montag mit.

Die besorgniserregenden Details ihrer Studie: Jeder Achte trage seine Schuhe weniger als ein Jahr lang. Kaum jemand lasse Kleidung ausbessern. Mode sei zum Wegwerfartikel wie Einweggeschirr verkommen, kritisierte Greenpeace-Expertin Kirsten Brodde.

Für wichtig werde gehalten, den schnell wechselnden Trends zu folgen. Kleidungsstücke würden daher rasch aussortiert und landeten im Kleidercontainer oder im Müll, so Brodde. Mehr als Tausend Menschen zwischen 16 und 69 Jahren waren für die Analyse im September befragt worden.

Zum Bild der Wegwerfmentalität passt, dass die Hälfte der Befragten noch nie Kleidung zum Schneider gebracht hat. Mehr als die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen war noch nie beim Schuster. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten sortieren Kleidung aus, weil sie ihnen nicht mehr gefällt. 83 Prozent der Befragten haben noch nie Kleidung getauscht, über die Hälfte noch nie welche verkauft.

Wenn die Befragten Kleidung aussortieren, wandere sie oft in den Müll, hieß es von Greenpeace weiter. Fast die Hälfte der Befragten hat demnach in den letzten sechs Monaten Kleidung weggeworfen. "Das geht zulasten der Umwelt und der Gesundheit, denn die Kleidung wird mit Hunderten giftiger Chemikalien produziert", sagte Brodde.

Mit Material von dpa

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