LIFESTYLE
20/11/2015 22:49 CET | Aktualisiert 22/01/2018 17:15 CET

Ein Mann belästigte eine Joggerin - bis ein kleiner Junge DAS machte

Julia Price lief wie jeden Tag ihre kleine Joggingrunde, als ein Mann anfing, sie zu belästigen und zu beschimpfen. Als sie sich verteidigen wollte, kam ihr ein kleiner Junge zuvor.

In einem rührenden Facebook-Post bedankt sie sich bei ihm:

I was on my usual running path when I heard an older man yelling loudly enough for me to hear through my headphones. "...

Posted by Julia Price on Mittwoch, 18. November 2015

„Ich lief meine gewöhnliche Joggingrunde, als ich hörte, wie ein älterer Mann mir lauthals nachbrüllte – so laut, dass ich es sogar durch die Kopfhörer hören konnte. „Sexy Lady, hey, hey, hey, sexy Lady“, schrie er immer wieder und ich entschloss mich, ihn zu ignorieren und weiter zu laufen.

Es schien ihn aber zu ärgern, dass ich ihn nicht beachtete, also attackierte er mich noch einmal und sagte: „F*** dich, dumme B**** (Schlampe)!“

Stellt euch vor, er war gut angezogen und schien gerade eine Mittagspause von seinem Bürojob zu machen.

Damit hatte er eine Schwelle überschritten. Das B-Wort. Ich nahm meine Kopfhörer ab und war bereit, mich zu verteidigen, als dieser kleine Junge, der zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester im Kinderwagen neben mir stand, den Mann ansah und sagte:

„Hey. Es ist nicht nett, ihr das zu sagen und sie mag es nicht, wenn du ihr nachbrüllst. Du solltest das nicht tun, weil sie ein nettes Mädchen ist und ich lasse es nicht zu, dass irgendjemand zu anderen Leuten gemeine Sachen sagt. Sie ist ein Mädchen wie meine Schwester und ich werde sie beschützen.“

Der Mann war sofort beschämt und packte sein Essen zusammen, um zu gehen. Ich fragte die Mutter, ob ich den kleinen Jungen umarmen dürfe (Sein Name ist James). Ich sagte ihm, wie dankbar ich ihm sei. Er zuckte nur die Achseln und meinte: „Naja, ich wollte nur sicher gehen, dass dein Herz okay ist.“

Laut seiner Mutter ist das ein typischer Tag im Leben von James. Vielen Dank dafür an alle Mütter und Väter, die die nächste Generation dazu erziehen, tapfer, mutig und Schutzengel für alle zu sein. Ich bin so berührt.“

Ihre Geschichte stieß im Netz auf große Begeisterung: Ihr Post erhielt über 300 000 Likes und wurde fast 60 000 Mal geteilt.

Kein Wunder: Dass Frauen nachgepfiffen und nachgebrüllt wird, ist ein weltweites Phänomen.

In einer Umfrage der Organisation Hollaback, die gegen Belästigung an öffentlichen Plätzen kämpft, gaben 84 Prozent der Teilnehmerinnen an, dass ihnen das erste Mal zwischen 11 und 17 Jahren auf der Straße nachgerufen wurde. An der Umfrage nahmen 16 000 Frauen aus 22 Ländern – darunter auch Deutschland – teil.

Drei Viertel der Frauen gaben an, das ihnen schon jemand schon auf der Straße gefolgt war. Aus diesem Grund hätten 72% der amerikanischen Teilnehmerinnen schon einmal das Transportmittel gewechselt. Diese Zahlen und Julias Geschichte zeigen, dass dieses Phänomen nicht unterschätzt werden darf.

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