POLITIK
19/11/2015 12:13 CET

Das sagt die Polizei zur Sicherheit auf Weihnachtsmärkten

sborisov via Getty Images
Der Frankfurter Weihnachtsmarkt zählt zu den beliebtesten Märkten in Deutschland. Dieses Jahr haben viele Besucher Angst vor einem Terror-Anschlag.

Nach den Anschlägen in Paris ist der islamistische Terror mit Wucht in das öffentliche Leben Europas zurückgekehrt. Nachdem das Länderspiel in Hannover wegen Terror-Warnungen abgesagt wurde, befürchten viele, dass in Deutschland noch ein Attentat bevorsteht.

Gerade jetzt, wo am kommenden Wochenende in fast allen deutschen Städten die Weihnachtsmärkte eröffnen, haben einige Menschen ein mulmiges Gefühl. Wie sicher sind große Menschenansammlungen zur Zeit? Hat die Polizei derart unübersichtliche Großveranstaltungen im Griff?

Gerade erst wurde die Website eines Weihnachtsmarktes im Taunus für einige Stunden offenbar von Islamisten gehackt. Ein Indiz dafür, dass deutsche Weihnachtsmärkte ein mögliches Ziel der islamistischen Terroristen sein könnten, auch wenn das Landeskriminalamt bislang keine erkennbare Verbindung zum Islamischen Staat sieht. IT-Experten der Polizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

In den sozialen Netzwerken tauchen immer mehr besorgte Kommentare auf. Viele Deutsche stellen sich aktuell die Frage nach der Sicherheit auf unseren Weihnachtsmärkten.

Die Gedanken der Bürger sind angesichts der Terror-Anschläge in Paris nachvollziehbar. Aber was ist wirklich dran am mulmigen Gefühl? Gibt es wirklich Grund zur Sorge? Die Huffington Post hat bei der Polizei in Deutschlands Millionenstädten angefragt:

BERLIN

Frank Henkel, Innensenator von Berlin und damit verantwortlich für die innere Sicherheit der Hauptstadt, sagte: "Die Sicherheitsbehörden haben bereits in der Nacht der Pariser Anschläge die Maßnahmen in Berlin hochgefahren. Zu konkreten Details äußern wir uns wie üblich nicht. Einige dieser Maßnahmen sind im Stadtbild sichtbar, andere nicht.“

Zu den konkreten Sicherheitsbedingungen auf den Berliner Weihnachtsmärkten sagt er: "Die Bedrohungslage ist weiterhin auf einem sehr ernstzunehmenden Niveau. Wir haben allen Anlass, wachsam zu sein. Vorsicht ist geboten, Angst wäre jedoch ein falscher Ratgeber. Wenn wir uns jetzt nicht mehr vor die Tür trauen würden, hätten die Terroristen gewonnen.“

HAMBURG

Ein Sprecher der Hamburger Polizei sagte, man könne die Sorgen der Bürger nachvollziehen. "Allerdings gibt es derzeit keinerlei Hinweise darauf, dass die Anschläge von Paris irgendwelche Verbindungen nach Hamburg hätten.“ Daher sei von keiner besonderen Gefährdungslage auf den Hamburger Weihnachtsmärkten auszugehen.

Genaue Zahlen über den Einsatz von Beamten gibt die Polizei aber nicht heraus, damit "niemand, egal von welcher Seite, mit diesen Zahlen arbeiten kann“.

MÜNCHEN

Auch bei der Polizei in München ist man gelassen: "Noch liegt uns kein Grund vor, weshalb wir die Sicherheitsmaßnahmen auf den Märkten verstärken sollten.“ Münchener Beamte würden wie jedes Jahr Streife gehen, der Christkindlmarkt am Marienplatz werde wie jedes Jahr mit Kameras überwacht.

KÖLN

Ähnliche Aussagen gab es auch von der Kölner Polizei. Die Kölner Weihnachtsmarktgesellschaft GmbH, die für den großen Markt am Dom zuständig ist, wird aber laut einem Bericht der Kölnischen Rundschau ihre Sicherheitsbemühungen verstärken. Zusätzliche Security-Kräfte würden engagiert, die Mitarbeiter auf den Märkten zusätzlich geschult und für ungewöhnliche Situationen sensibilisiert.

Insgesamt sind die Polizisten in Deutschland also wachsam. Ob und wie viel zusätzliches Personal auf den Märkten eingesetzt wird, dazu machen die Beamten keine offiziellen Angaben.

Die geltenden Sicherheitskonzepte seien erprobt und beinhalteten Maßnahmen für drohende Terroranschläge, heißt es. Eine akute Gefährdung der Märkte gebe es aber derzeit nicht, alle Christkindlmärkte können wie geplant stattfinden.

Wenn Sie noch nicht genau wissen, welchen Markt sie besuchen wollen: Hier haben wir die 10 schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands aufgelistet.

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