POLITIK
19/11/2015 08:07 CET | Aktualisiert 19/11/2015 12:35 CET

So helfen deutsche Anonymous-Hacker beim Kampf gegen die IS-Terroristen

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Anonymous hat dem IS den Krieg erklärt. Seit dieser Woche schießt die Hackervereinigung aus allen Rohren auf angebliche oder tatsächliche Seiten von Sympathisanten des Islamischen Staates. Und das offenbar auch mit der Unterstützung deutscher Hacker.

Das behauptet zumindest die Anonymous nahestehende deutsche Website "Anonymous News Germany". In einer Antwort auf eine Anfrage der Huffington Post teilte ein Sprecher der Seite mit: "Wir gehen davon aus, dass sich einige Anons aus dem deutschen Bereich mit an der Operation gegen den IS beteiligen."

Oft betreffe diese Hilfe nur "das Melden beziehungsweise Suchen von entsprechenden Zielen" für Hackerangriffe. Der Sprecher wollte sich nicht äußern, ob die deutschen Aktivitäten auch weiter gingen.

Anonymous News Germany gilt als sehr gut vernetzt mit Aktivisten. Die Internetseite berichtet regelmäßig im Vorfeld über Hackerangriffe des Kollektivs in Deutschland oder Europa. So hatte die Seite etwa im Januar dieses Jahres eine Kriegserklärung des deutschen Anonymous-Ablegers gegen Pegida als erstes Medium auf seiner Web-Seite und bei Youtube veröffentlicht.

Auch bei anderen Kampagnen wählte Anonymous das Portal zu seinem deutschen Kommunikationskanal. Zudem ist die Seite oft gut über die Auswirkungen von Hacker-Attacken von Anonymous informiert und gilt in der Szene als glaubwürdig. In einem Statement, das offenbar von deutschen Anonymous-Aktivisten stammt, und auf der Plattform Pastebin gepostet wurde, heißt es, viele Anonymous-Aktivisten würden "beherzt (und manchmal unklug) an der Operation" teilnehmen, manche verurteilten die Attacken aber auch.

Details zu Angriffszielen werden zwar nicht genannt. "Jede Insider-Info ist auch eine Info an den Gegner." Die Stellungnahme der Netzaktivisten, auf die auch Anonymous News Germany gegenüber der Huffington Post verweist, schließt aber mit deutlichen Worten: "In diesem Sinne HAPPY HUNTING!"

Wörtlich heißt es in der Verlautbarung, "man sollte Anonymous' Kraft nicht unterschätzen." Der IS sei "allerdings ein Gegner, dem Menschenleben egal sind und das gestaltet die Jagd diesmal etwas anders". Zugleich bieten die deutschen Anonymous-Aktivisten konkrete Tipps, an welche Seiten man sich wenden könne, wenn man hinter Webseiten oder Personen "nach eingehender Prüfung" den IS vermute. Genannt werden die Seiten Ghostsec.org und Reportonlineterrorism.com.

Die deutschen Aktivisten äußerten sich auch zu Berichten, wonach US-Aktivisten Informationen an das FBI geliefert haben. Die deutschen Aktivisten äußerten sich bei Pastebin mit den Worten: "Scheinbar ist die Kacke schon so sehr am dampfen, dass man auf Hilfe von Anonymous angewiesen ist."

Die deutsche Aktivisten planen eine solchen Schritt nicht. Bei Anonymous News geht man nicht davon aus, dass deutsche Anonymous-Sympathisanten mit Sicherheitsbehörden zusammenarbeiteten, in anderen europäischen Ländern sei dies "aber durchaus möglich".

Anonymous ist keine Organisation im eigentlichen Sinne, sondern eine lose Gruppierung. Jeder kann sich den Namen und das Symbol aneignen. Es gibt allerdings offenbar Positionen, die viele Sympathisanten teilen. Der Kampf gegen Rassismus scheint ebenso wichtig zu sein wie der gegen Scientology, für die Netzfreiheit oder religiöse Extremisten.

Anonymous-Aktivisten hatten in mehreren Ländern dem IS am Montag den Krieg erklärt. Bereits am Dienstag vermeldeten die Aktivisten erste Erfolge. Laut einem Bericht des "Independent" haben Aktivisten Informationen zu Personen veröffentlichet, die sie für IS-Kämpfer und Sympathisanten hielten.

Die Hacker haben bereits erste Resultate vorzuweisen. Gestern Abend hat nun auch Anonymous News auf seiner Twitter-Seite "Anonymous Germany" eine Liste mit angeblichen IS-Webseiten als Ziele für Hacker-Attacken retweeted.

Website verlegt! IS reagiert mit Panik auf die Kriegserklärung von Anonymous

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