POLITIK
18/11/2015 22:58 CET | Aktualisiert 18/01/2016 14:14 CET

Wie funktioniert das Terrornetzwerk IS? 4 Grafiken klären auf

AP

Ihr Vorgehen ist bestialisch, ihre Taten erschreckend: Nach den Pariser Anschlägen steht die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mehr denn je im Fokus der Öffentlichkeit.

Noch vor einigen Monaten hatte ein ranghoher Vertreter der US-Armee in einem Interview mit der "New York Times" gesagt, dass er noch dabei sei, den IS "zu begreifen". Man habe aber noch nicht die Ideologie des IS bekämpfen können; und um ehrlich zu sein habe man sie noch gar nicht verstanden, lautete damals die besorgniserregende Botschaft aus Washington.

Hier sind 4 Grafiken des Statistikportals Statista, die das Terrornetzwerk erklären:

1. Die meisten ausländischen IS-Kämpfer aus nicht-muslimischen Ländern kommen aus Frankreich

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(Credit: Statista/ "The Independent")

Rund 700 IS-Kämpfer in Syrien und im Irak kommen ursprünglich aus Frankreich. Auch aus Großbritannien (400), Deutschland (270), Australien (250) und Belgien (250) kamen Menschen, die die Terrormiliz in ihrem Kampf gegen westliche Werte unterstützen. Das zeigt: Der Islamische Staat ist bei der Rekrutierung neuer Kämpfer offenbar äußerst erfolgreich. Immer wieder machen in Frankreich Kleinstädte Schlagzeilen, aus denen mehrere Jugendliche in den Dschihad gezogen sind.

2. Im arabisch geprägten Raum ist Tunesien das Land, aus dem die meisten ausländischen IS-Kämpfer nach Syrien und in den Irak gehen

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(Credit: Statista/"The Independent")

Tunesier stellen die vermutlich größte Gruppe ausländischer Kämpfer in Syrien und im Irak. Zwar können die meisten Tunesier seit dem Sturz des Diktators Zine el-Abidine Ben Ali ihre Meinung wieder frei äußern. Offenbar sind aber trotzdem noch viele Menschen frustriert - und somit empfänglich für die IS-Propaganda. "Es gibt in Tunesien kaum eine Familie, die nicht irgendwie davon betroffen ist", sagte Ben Rejeb, Vorsitzender einer Vereinigung, die Familien von jungen Dschihadisten unterstützt, bereits im vergangenen Jahr.

3. Die meisten IS-Anhänger twittern aus Saudi-Arabien

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(Credit: Statista/"The Independent")

Wenn IS-Sympathisanten twittern, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie in Saudi-Arabien, Syrien oder dem Irak sitzen. Wie die "Welt" berichtet, sind über das soziale Netzwerk noch mehr Informationen einsehbar - etwa, welches Betriebssystem die mobilen Nutzer auf ihren Smartphones installiert haben. Demnach nutzen 69 Prozent der mobilen Nutzer ein Smartphone mit dem Betriebssystem Android. 30 Prozent benutzen ein iPhone für ihre Tweets, ein Prozent das Blackberry, berichtet das Blatt.

Soziale Medien spielen beim IS eine wichtige Rolle, wenn es um die Rekrutierung junger Muslime geht. Im Schnitt hat jeder IS-Twitter-Nutzer rund 1000 Follower.

4. Franzosen haben am meisten Angst vor neuen Terror-Anschlägen

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(Credit: Statista/"The Independent")

Während sich in Deutschland lediglich 46 Prozent besorgt über neue mögliche Terror-Anschläge zeigen, sind es in Frankreich mehr als zwei Drittel der Bevölkerung, die akute Angst vor dem Terror haben. Ähnlich hoch sind die Zahlen in Nigeria (68 Prozent) und Libanon (67 Prozent).

Lesenswert:

Terror in Paris: Gedanken eines Muslims zu den Anschlägen in Paris

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