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17/11/2015 12:27 CET | Aktualisiert 17/11/2016 11:12 CET

Das müsst ihr über Pumuckl wissen

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Der Pumuckl ist noch immer beliebt.

Ellis Kaut (1920-2015) ist die Erfinderin von Pumuckl, dem Kobold aus Meister Eders Werkstatt. Anfang der 60er Jahre wurde der kleine liebenswerte Kerl mit den feuerroten Haaren erfunden. Bis heute wachsen Kinder mit dem Pumuckl auf, er begleitete viele Erwachsene durch die Kindheit.

Pumuckls Entstehung

Den berühmten Vorspann zur "Pumuckl"-TV-Serie sehen Sie auf MyVideo

Schon vor dem Pumuckl war Kaut mit dem "Kater Musch" - über dessen Geschichten sie eine Hörspielreihe für den Kinderfunk des Bayerischen Rundfunks geschrieben hat - erfolgreich. "Während der Mitarbeit bei den Unterhaltungssendungen im BR-Hörfunk, so erzählte Ellis Kaut es selbst, begann sie, sich Geschichten auszudenken und aufzuschreiben", wird Ulrich Wilhelm, der Intendant des Bayerischen Rundfunks, von "br.de" zitiert - das sei die "Geburt des Pumuckl" gewesen. Wie Kaut 1983 in einer TV-Sendung verriet, war Pumuckl ein Spitzname, der ihr von ihrem Mann verpasst wurde. Am 21. Februar 1962 wurde das erste Hörspiel von "Meister Eder und seinem Pumuckl" vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt. Die typische Pumuckl-Stimme stammte schon damals von Hans Clarin (1929-2005)...

Meister Eder

Zum Pumuckl gehört natürlich Meister Eder, der Besitzer einer Schreinerwerkstatt in einem Münchner Hinterhof. Den liebenswürdigen Junggesellen Anfang sechzig, an dessen Leimtopf der rothaarige Kobold kleben geblieben ist, sollte eigentlich in der TV-Serie auch Hörspielsprecher Alfred Pongratz darstellen. Als dieser kurz vor Beginn der Dreharbeiten überraschend verstarb, übernahm Gustl Bayrhammer (1922-1993) den Part. Die erste Staffel lief 1982 und 1983, Staffel zwei 1988 und 1989. Zusätzlich entstanden Kinofilme, Bücher und Hörspiel-Kassetten sowie 1999 eine weniger erfolgreiche dritte TV-Staffel, "Pumuckls Abenteuer".

Pumuckls Aussehen

Für das Erscheinungsbild von Pumuckl darf sich der kleine Kobold bei Barbara von Johnson bedanken. Die deutsche Illustratorin und Künstlerin gilt als erste Gestalterin des Pumuckls, sie illustrierte von 1963 bis 1978 Ellis Kauts Pumuckl-Geschichten. Die Animation des Pumuckl für das Fernsehen wurde in Ungarn vorgenommen.

Streit um Pumuckl

Für den ersten Film wurde die Pumuckl-Figur neu gestaltet. Ein Gericht entschied 2003, dass Barbara von Johnson auch an der Figur des Pumuckl in seinem heutigen Erscheinungsbild ein Urheberrecht zustehe. Später gab es zudem Ärger, weil von Johnson einen Kindermalwettbewerb unterstützte, bei dem eine Freundin des Pumuckl gesucht wurde. Hier sah Kaut ihre Urheberpersönlichkeitsrechte verletzt. Das Gericht entschied zugunsten der Zeichnerin. Ganz ohne Gericht bekommt der kleine Kobold jetzt sein Bäuchlein zurück. Fans hatten unter dem Hashtag #bringbackbäuchlein gegen ein neues Buch protestiert, in dem Pumuckl erschlankt ist. Die Tochter von Ellis Kaut, Uschi Bagnall, sagte dem "Münchner Merkur" daraufhin im August, dass es nur dieses eine Buch mit der dünnen Figur geben werde. Für künftige Produktionen gilt wieder eine traditionelle Vorlage.

Howard Carpendales Beitrag

"Hurra, hurra, der Pumuckl ist da" - keine Pumuckl-Folge ohne das berühmte Titellied. Die Melodie stammt von Komponist Fritz Muschler. Außerdem beteiligt an dem Song war aber nicht nur Regisseur Ulrich König, sondern u.a. auch Schlagersänger Howard Carpendale (69). Gesungen wurde es vom Pumuckl-Sprecher Hans Clarin selbst.

Kulisse abgerissen

Gustl Bayrhammer, der 1993 im Alter von 71 Jahren gestorben war, hatte sich nach dem Ende der Pumuckl-Dreharbeiten gegen den Abriss von Altstadthäusern im Münchner Viertel Lehel eingesetzt, darunter die Filmkulisse der Schreinerwerkstatt in einem Hinterhof der Widenmayerstraße 2. Allerdings erfolglos.

Weltweiter Erfolg

Die Fernsehserie über den Kult-Kobold wurde in 28 Ländern gezeigt. Bekannt ist Pumuckl selbst in Brasilien und China. Neben der Hörspiel-, Buch- und Fernsehserie hat der berühmte Rotschopf sogar ein eigenes Musical.