POLITIK
16/11/2015 11:54 CET | Aktualisiert 18/01/2016 16:51 CET

Das ist eine der gefährlichsten Waffen des IS - sie wird völlig unterschätzt

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Nach den barbarischen Terroranschlägen von Paris rücken zwei Fragen immer mehr in den Mittelpunkt: Wie können wir uns schützen? Und: Gibt es überhaupt einen realistischen Weg, den Islamischen Staat aufzuhalten?

Sicherheitsexperten klangen am Wochenende nicht wirklich optimistisch: Es sei praktisch unmöglich, die radikalislamische Ideologie durch einen klassischen Militäreinsatz zu bekämpfen, zitiert die "Washington Post" eine anonyme Quelle im Weißen Haus.

5000 bis 8000 Namen auf Anti-Terror-Liste

In Frankreich kämpfen die Behörden allein schon mit der schieren Masse an Akten über Bürger, die als gefährliche Islamisten eingestuft sind. Auf einer französischen Behördenliste möglicher Gefährder stehen zwischen 5000 und 8000 Namen. Alle rund um die Uhr zu überwachen, dürfte in der Tat schwer umsetzbar sein.

Vielleicht muss der IS also verstärkt dort bekämpft werden, wo er besonders präsent ist: im Netz. Längst nutzen Terrorgruppen das Internet nicht mehr nur als Propaganda-Werkzeug, um ihre grausamen Folter- und Enthauptungsvideos zu verbreiten. Die Online-Plattformen dienen den Extremisten als Kommunikationsmittel, um Anschläge zu planen.

Behörden haben Probleme, die Kommunikation zu verfolgen

Offenbar sind einige Kommunikationswege der IS-Anhänger so ausgefeilt, dass die Behörden Probleme haben, sie zu verfolgen. Belgiens Innenminister Jan Jambon hat bei einer Podiusmsdiskussion drei Tage vor den Pariser Anschlägen verraten, was den Sicherheitsbehörden die größten Probleme bereitet:

Am kompliziertesten zu verfolgen sei die Kommunikation über die Spielekonsole Playstation 4, sagte Jambon. "Es ist sehr, sehr schwierig für die Behörden - nicht nur die belgischen, auch die internationalen - die Verständigung über die Playstation 4 zu entschlüsseln", sagte Jambon.

Warum es gerade bei Sonys Verkaufsschlager so schwierig ist, intern versendete Nachrichten im Verdachtsfall auswerten zu können, sagte Jambon nicht.

"Das hat eine neue Dimension erreicht"

Fakt ist: Der IS hat seine Netz-Strategie nahezu perfektioniert. Schon im vergangenen Jahr warnte Stephan Humer, Internetsoziologe und Vorsitzender des Netzwerks Terrorismusforschung: "Ihre Kommunikation ist modern und so professionell, das hat im Vergleich zu anderen Gruppen eine neue Dimension erreicht“.

Das gilt auch für die Propaganda. Laut einer Studie der Brookings Institution hat der IS bereits eine Armee von jungen Muslimen rekrutiert, deren Aufgabe es ist, rund um die Uhr extremistische Botschaften zu twittern oder via Facebook zu verbreiten.

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