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16/11/2015 08:26 CET | Aktualisiert 16/11/2016 11:12 CET

So cool ist das Coming-Out des ersten schwulen Tatort-Kommissars

Robert Karow (Mark Waschke) auf dem Balkon seiner Wohnung

Nach 45 Jahre kommen auch im "Tatort" homosexuelle Männer endlich zu ihrem Recht: Im neuen "Tatort" aus Berlin (Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste) hat Ermittler Robert Karow (Mark Waschke) sein "Coming-out". Und das läuft denkbar unspektakulär ab: Karow nimmt in einer Bar Blickkontakt mit einem anderen Gast auf - die nächste Einstellung zeigt ihn in den frühen Morgenstunden mit nacktem Oberkörper bei der "Zigarette danach" rauchend auf seinem Balkon.

So beiläufig wie die Sexualität des Kommissars thematisiert wird, so selbstverständlich sollte der Umgang mit dem Thema mittlerweile sein. Trotzdem mussten erst 962 "Tatort"-Episoden laufen, ehe sich die Verantwortlichen zu einem schwulen Ermittler durchringen konnten. Und das, obwohl das Privatleben der Protagonisten seit jeher ein zentrales Element im Sonntagskrimi ist. Dementsprechend zurückhaltend reagiert auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschland. "Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn es schon vor zehn Jahren einen schwulen Tatort-Kommissar gegeben hätte. Aber das macht die Tatsache, dass es jetzt einen gibt, nicht schlechter", sagte Markus Ulrich der "Bild am Sonntag".

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"Polizeiruf 110" war schneller

Bisher gab es nur im Schweizer-"Tatort" eine homosexuelle Hauptfigur, die lesbische Kommissarin Liz Ritschard (Delia Mayer). Bereits im September hatte sich mit dem von Sylvester Groth gespielten Hauptkommissar Jochen Drexler ein Ermittler im "Polizeiruf 110" als schwul geoutet. Allerdings war "Wendemanöver" auch gleichzeitig Groths Abschiedsvorstellung. Insofern bleibt Karow derzeit der einzig homosexuelle Ermittler.

Noch vor einigen Monaten hatten sich die Kollegen vom "Tatort" aus Münster für einen homosexuellen Kollegen ausgesprochen. "Ich glaube schon, dass auch das Publikum einen schwulen Kommissar oder eine lesbische Kommissarin akzeptieren würde. Das könnte ja auch sehr interessante Situationen ergeben", sagte Schauspieler Axel Prahl im Juni der "Neuen Osnabrücker Zeitung".