Stoppt SeaWorld die Orcashows? - NEIN!



Am 10.11.2015 nachmittags häuften sich in deutschen Medien die Berichte, dass SeaWorld seine Orca-Shows einstellen würde. Die unglücklichen Formulierungen in den Nachrichten sorgten dann dafür, dass viele dachten, die Orca-Shows würden abgeschafft. Das ist nicht der Fall.Neue Show kommt nach San Diego
"In San Diego, in 2017 we will launch our all-new orca experience. It's going to be focused more on the natural setting, natural environment and also the natural behaviors of the whales." - Joel Manby, President and CEO von SeaWorld
Es gibt also einfach eine neue Orca-Show bzw. "orca experience". Wie schon oft in der Geschichte von SeaWorld - bisher wurde nur noch nie so intensiv darüber berichtet. Im Rahmen des Blue World Project war klar, dass sich auch die Shows verändern würden, um sich auch thematisch mit den neuen Beckenkonzept zu vereinen. Im Kontext gesehen, ist es also keine Überraschung, dass nun mit dem neuen Gesamtkonzept in San Diego auch eine neue Show auf die Beine gestellt wird. SeaWorld Shows sind und waren sehr theatralisch. Das werden sie in Orlando und San Diego auch weiterhin bleiben. Manby spricht von einer "theatrical killer whale experience", wenn er beispielsweise die aktuelle Show "One Ocean" meint. Wenn man nun sehr theatralische Shows ("Broadway level productions") zeigt, passt das nicht zu einem naturalistischen Beckenkonzept wie "Blue World" dies bringen wird. Somit ist es sinnvoll, die Show auch entsprechend anzupassen. Kein Zugeständnis an Delfinariengegner Vor diesem Hintergrund ist es auch klar, dass wir es hier mit einem Einpassen der Show in das neue Gesamtkonzept zu tun haben. Es handelt sich nicht um ein Zugeständnis an die Delfinariengegner wie in manchen Veröffentlichungen behauptetet wurde. Viele Delfinariengegner-Gruppierungen versuchen das nun als Sieg für sich zu nutzen und versuchen dabei das mangelnde Kontextwissen der Rezipienten für sich zu nutzen. Das ist verständlich, da es Erfolge braucht, damit die Leute weiter spenden, wodurch sie die Organisation und deren Mitglieder finanzieren. Faktisch richtig ist es trotzdem nicht.
"The main point is we are listening to our guests. We're evolving as a company. We're always changing and, again, always evolving." - Joel Manby, President and CEO von SeaWorld
Die wenigen Demonstranten, die sich vor SeaWorld versammeln sind kein Maßstab, um das Unternehmen erfolgreich voran zu treiben. Man hat weit mehr Gäste als Gegner und so hört man klar den Gästen zu - ein Vorgehen, das für ein erfolgreiches Unternehmen typisch ist. Der Trend in der Zootierhaltung geht eben zu naturnah gestalteten Gehegen, die Besucher auch sehr positiv rezipieren. Die Grundlage dieses Konzeptes ist Teil des modernen Zookonzeptes und nach und nach verändern die Zoos ihre Gehege dementsprechend - das kann man in sämtlichen wissenschaftlich geführten Zoos beobachten. Längst vorbei ist die Zeit von gekachelten Tierhäusern. Die wenigen, die es davon noch gibt, werden nach und nach verschwinden und naturnahen Gehegen weichen wie es in vielen Zoos bereits geschehen ist. Dieser Trend entwickelte sich aus den Tiergärten selbst und hat nichts mit den wenigen Protestlern zu tun, die sich mal hin und wieder an Zooeingängen zeigen und von den Besuchern nicht ernst genommen werden. Die Shows gehen weiter Am grundlegenden Prinzip von SeaWorld wird sich nichts ändern: man zeigt die Tiere weiterhin unter tiergerechten Bedingungen auf dem modernsten Stand der Wissenschaft und präsentiert sie in Shows, die die Besucher überzeugen sollen, sich für den Schutz der Tiere einzusetzen. Zum Schutz der Tiere gibt es einige Projekte, die SeaWorld entweder durchführt oder unterstützt. Sie arbeiten dazu Hand in Hand mit Wissenschaftlern und Behörden. Das wohl größte und beeindruckendste Projekt, das allerdings nicht nur auf Orcas beschränkt ist, sondern sämtliche Meerestiere abdeckt, ist das Rettungprogramm. SeaWorld ist 24 Stunden an sieben Tagen die Woche das ganze Jahr über bereit, um Meerestiere in Not zu retten: On Call 24/7. Über 26.000 Tiere wurden so bisher gerettet. In den Shows zeigt SeaWorld die Tiere als Botschafter ihrer Art und ihres Lebensraumes, die dem Schutz durch den Menschen bedürfen. Der Mensch schützt allerdings nur, wozu er eine positive emotionale Bindung hat und die Shows sollen genau diese generieren. Für die Tiere sind die Shows eben Trainingseinheiten mit Publikum. Sie rezipieren sie nicht großartig anders - bis auf den Fakt, dass mehr Menschen zuschauen. Das Training macht den Tieren (egal mit wie viel Zuschauern) Spaß und erfolgt nach dem Prinzip der positiven Bestärkung. Wissenschaftliche Untersuchung konnten bestätigen, dass es bei Delfinen und anderen trainierten Walen während der Trainingseinheiten zum Ausstoß des Glückshorms Dopamin kommt. Die Geräuschpegel, dem die Tiere in SeaWorld generell ausgesetzt sind, hat man ebenfalls untersucht und konnte zum Schluss kommen, dass sie den Tieren nicht schaden. Für die Tiere sind die Shows also kein Problem. Zudem machen sie sie freiwillig, was das Prinzip der positiven Bestärkung garantiert. Darauf wird genauer in zukünftigen Blog-Einträgen noch einzugehen sein.
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