#PrayForParis: Hört auf, alles schlecht zu machen

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg In den sozialen Medien wird gerne gelästert, vor allem übereinander. Nach den Terrorangriffen in Paris griff dort nach dem ersten Schock die Trauer um sich - Bestürzung, Angst, und schließlich doch wieder der Spott. Über diejenigen, die ihre Solidarität per Twitter, Instagram und Facebook ausdrücken.

Aktion #PrayForParis

Die Aktion #PrayForParis, zu der auch die neue Facebook-Funktion gehört, missfällt vielen - grundlos, wie ich finde. Ja, manche derer, die jetzt ihr Profilbild mit den Farben Frankreichs schmücken, oder andächtig ein Bild vom Eiffelturm posten, haben sich vielleicht noch gar nicht wirklich mit den Geschehnissen auseinandergesetzt. Umso wichtiger, dass sie es jetzt tun. Vielleicht sind sie aber auch betroffener, als man glaubt. Wer kann das schon beurteilen, anhand eines Posts? Die, die sich darüber beschweren, sicher nicht. Und ja, wahrscheinlich wird das Bild in wenigen Wochen wieder vom Profil verschwinden, denn so unfassbar und furchtbar die Ereignisse auch sind: Das Leben muss weitergehen. So war es nach 9/11 oder den Anschlägen in der Redaktion von Charlie Hebdo, so ist es nach jeder Katastrophe, die uns ereilt. Irgendwann verarbeiten wir die schrecklichen Bilder und der Alltag holt uns wieder ein. Eine andere Wahl haben wir nicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir die Geschehnisse plötzlich vergessen.

Trauer und Solidarität zeigen

Es bedeutet auch nicht, dass die Trauer und die Solidarität, die gerade so viele zum Ausdruck bringen, nicht aufrichtig ist. Und es ist schon gar kein Grund, überhaupt keine Solidarität zu zeigen, nur um nicht zur „Masse" zu gehören. Denn diese Masse, die um die Opfer von Paris trauert, steht für das Gute. Die Gleichgültigkeit nicht. Das Facebook-Bild in Frankreichs Farben zeigt auf einen Blick, dass zumindest mit den Gedanken gerade alle in Paris sind - eine Übersetzung ist nicht nötig. Genau das macht die Verbundenheit so stark. Natürlich kann man seine Anteilnahme auch anders ausdrücken. Weniger kitschig, anders als die anderen, in Worten oder im Stillen. Das sei jedem selbst überlassen. Aber viel schlimmer als die, die auf den Zug der Solidarität aufspringen, sind doch diejenigen, die sich über wirklich alles aufregen können: Sogar über den Zusammenhalt der Menschen nach einem Terrorangriff.

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