Am Freitag stieg ein Mann zu einem Muslim ins Taxi - er wird die Fahrt nie vergessen

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg Als Alex Malloy um kurz nach 23 Uhr am Freitagabend in New York City ein Taxi anhielt, erwartete er nichts Ungewöhnliches. Nachdem er eingestiegen war, sagte der Fahrer: "Danke." Der 23-jährige Malloy sagte der Huffington Post, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht sicher war, was er damit anfangen sollte. Doch später beschrieb er die Unterhaltung, die darauf folgte, auf Facebook:
"Die Taxifahrt, die ich gerade erlebt habe, gehört zu den traurigsten 25 Minuten, die ich je mit einem anderen Menschen erlebt habe. Dieser muslimische Taxifahrer sagte, ich sei der erste Fahrgast seit zwei Stunden an diesem Abend, wegen der Anschläge in Paris. Die Leute hatten Angst, weil New York City in Alarmbereitschaft war. 25 Minuten lang musste ich diesem Fremdem, diesem Menschen wie du und ich, sagen, dass er kein Teil von dem ist, was dort geschehen ist und wie leid es mir tat, dass die Menschen ihn mit Angst und Wut betrachteten. Er weinte den ganzen Weg bis zu meinem Apartment und das hat auch mich zum Weinen gebracht. Er sagte immer wieder 'Allah, mein Gott glaubt nicht daran. Die Menschen glauben, dass ich ein Teil davon bin, aber das bin ich nicht. Niemand will mit mir fahren, weil sie sich nicht sicher fühlen. Ich kann nicht einmal meinen Job machen. Es war einer der herzzerreißendsten Momente, die ich je erlebt habe. Er war so ein netter Kerl, etwa in meinem Alter. Er kann nicht älter als 25 gewesen sein."
Während der 25-Minütigen Fahrt vom Columbus Circle bis zu seiner Wohnung in Washington Heights unterhielt Malloy sich mit dem Mann und sprach ihm seine Unterstützung zu. Malloy war so bewegt, sagte er der Huffington Post, dass er vergaß den Fahrer nach seinem Namen zu fragen. Die Unterhaltung inspirierte Malloy dazu, seine Erfahrung gleich im Anschluss bei Facebook und Twitter zu teilen. Die emotionale Botschaft gegen Islamophobie verbreitete sich schnell im Netz.
Malloy ergriff die Gelegenheit, um sich gegen jene auszusprechen, die Fälle von Extremismus nutzen, um generalisiert gegen Muslime zu hetzen. "Bitte hört auf zu sagen, dass 'Muslime' das Problem sind, denn das sind sie nicht und sie fühlen sich schikaniert und verängstigt", schrieb Malloy. "Dies sind unsere Brüder und Schwestern der Menschheit, wir sind alle Menschen unter dieser Haut. Und sie verdienen nichts anderes als unseren Respekt und unsere Aufmerksamkeit. Sie brauchen unseren Schutz. Bitte hört auf, diese wunderschönen menschlichen Wesen als Feinde zu betrachten, denn das sind sie nicht." Malloy war von der enormen Welle der Reaktionen auf seinen Post überrascht. Mitglieder der muslimischen Gemeinschaft, aber auch alle anderen teilten und kommentierten seinen Beitrag - hauptsächlich positiv. Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Gina Louisa Metzler aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

Terror in Paris: Anschläge erschüttern Frankreich

Lesenswert:
Ihr habt auch ein spannendes Thema? Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.
Hier geht es zurück zur Startseite