POLITIK
14/11/2015 07:41 CET | Aktualisiert 16/11/2015 10:43 CET

Anschläge in Frankreich: 16 schockierende Zahlen des Pariser Terrorabend

dpa

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Paris ist in diesen Stunden eine traumatisierte Stadt. Eine Stadt, die noch nicht fassen kann, was vergangene Nacht geschehen ist, die den Schock noch lange nicht überwunden hat. "Krieg mitten in Paris" titelt die Zeitung "Le Figaro".

Am späten Freitagabend wurde die französische Hauptstadt Ziel einer beispiellosen Anschlagsserie. An mehreren Orten in Paris kam es parallel zu Schießereien und Explosionen, einige davon waren Selbstmordattentate.

Weit über hundert Tote hat Frankreich am Morgen zu betrauern. Die meisten von ihnen starben bei einer Geiselnahme im Konzertsaal Bataclan im Zentrum von Paris. Präsident François Hollande kündigte an, “unerbittlich” gegenüber den Terroristen zu sein.

Weltweit ist die Bestürzung und Anteilnahme groß. Die Staatschefs der anderen EU-Länder und den USA haben Hollande Unterstützung im Kampf gegen den Terror zugesagt.

Hier sind 16 schockierende Zahlen zur Terrornacht in Paris:

Gerade einmal zehn Monate ist es her, dass Islamisten den Anschlag auf die französische Satirezeitung “Charlie Hebdo” verübten. Nun hat der Terror Paris erneut heimgesucht - in einem nie dagewesenen Ausmaß. Einige vergleichen die Angriffe bereits mit dem Anschlag auf den World Trade Center am 11. September 2011.

An mindestens sechs Orten haben die Attentäter zugeschlagen. Mit Sprengstoffgürteln bewaffnet ziehen sie los und richten ein Blutbad an.

Im Visier der Angreifer: Ein beliebtes Ausgehviertel im Osten der Stadt sowie das Stadion, in dem am Abend die deutsche Fußballnationalmannschaft zum Freundschaftsspiel angekommen ist. In der Konzerthalle Bataclan mit 1500 Plätzen richten die Attentäter ein Massaker an. Sie nehmen die Gäste des Metal-Konzerts als Geiseln, richten mehrere von ihnen mit Maschinengewehren hin. Einige Angreifer sprengen sich später selbst in die Luft.

Alles Aktuelle zu den Anschlägen in Paris findet ihr hier im LIVE-BLOG

Gleichzeitig spielen die Fußballnationalmannschaften von Frankreich und Deutschland vor knapp 80.000 Menschen im Stade de France, nördlich von Paris. Da sind plötzlich aus der Umgebung mehrere Explosionen zu hören. Weitgehend geordnet verlassen die Zuschauer das Stadion.

Präsident Hollande reagiert schnell. Sobald er aus dem Stadion kommt, wo er gemeinsam mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Spiel verfolgte, tritt er vor die Presse und ruft den nationalen Notstand aus. Alle Grenzen werden geschlossen, der Autoverkehr in Paris eingestellt, fünf Metro-Linien gesperrt.

1500 Soldaten werden mobilisiert, 730 Feuerwehrleute aus Paris und umliegenden Vororten sind im Einsatz. Laut “Le Monde” suchen 200 Polizeibeamte im Hauptquartier und 800 Verkehrspolizisten nach den Attentätern. 36 Krankenhäuser werden in Alarmbereitschaft versetzt, um Verletzte aufzunehmen.

Die deutsche Nationalmannschaft musste die Nacht in der Kabine verbringen. Am Morgen wird das DFB-Team von einer Polizeieskorte begleitet zum Flughafen Charles de Gaulle gebracht, wo um kurz nach 8 Uhr der Flieger in Richtung Deutschland startet.

Am Samstagmorgen sind noch viele Fragen ungeklärt, doch ein trauriges Résumé der Angriffe gibt es bereits: Laut vorläufiger Schätzung gab es mindestens 120 Tote und rund 200 Verletzte. Von ihnen wurden 80 schwer verletzt.

Nach Angaben der Polizei kamen alle Angreifer ums Leben. Die Rede ist von acht getöteten Terroristen. Derzeit ist allerdings unklar, ob damit die Lage bereits unter Kontrolle ist oder ob noch mehr Attentäter in der Stadt unterwegs sind.

Dieser blutige Freitag der 13. ist für Frankreich der traurige Tiefpunkt eines Jahres, in dem quasi im Monatstakt vereitelte oder erfolgreiche Anschlagspläne für Schlagzeilen sorgten. Tausende Soldaten sind zum Schutz gefährdeter Orte im Einsatz, das Parlament hat den Geheimdiensten neue Kompetenzen eingeräumt.

Dass trotzdem acht Attentäter in einer derart konzertierten Aktion zuschlagen konnten, dürfte noch für Diskussionen sorgen - zumal in zwei Wochen mehr als 100 Staats- und Regierungschefs zur UN-Klimakonferenz in Paris erwartet werden.

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