WIRTSCHAFT
12/11/2015 22:11 CET | Aktualisiert 12/11/2015 22:22 CET

So spießig ist die Generation Y wirklich

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Generation Y

Der Generation Y wird viel nachgesagt: Die jungen Menschen sollen kluge Köpfe sein, die besonders gut ausgebildet sind. Kreativlinge, die Karriere ganz neu denken. Und echte Kämpfernaturen, die Dinge nicht nur hinterfragen, sondern auch radikal ändern.

So gesehen hätte Generation Y wohl gute Chancen, die Welt zu erobern – wenn sie denn wollte. Doch offensichtlich will sie gar nicht. Denn sie ist viel gewöhnlicher und konservativer, als man ihr nachsagt.

EY-Umfrage mit jungen Menschen

Das haben Experten des Beratungsunternehmens EY herausgefunden. In einer Umfrage fragten sie 1650 junge Menschen: Wo und wie wollt ihr in Zukunft leben?

Die befragten Studenten, Auszubildenden und jungen Berufstätigen waren durchschnittlich 27 Jahre alt – das ist etwa das Durchschnittsalter der Generation Y.

Das Ergebnis: Die meisten jungen Menschen wollen später nicht im schicken Penthouse-Apartment mitten im Szeneviertel leben. Ihr Ziel ist stattdessen ein Einfamilienhaus, Doppelhaus oder Reihenhau in ruhiger Lage.

Für 90 Prozent ist es „wichtig“ oder „eher wichtig“ später in einem eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung zu wohnen – also dort, wo ihre Kinder behütet und glücklich aufwachsen können. Das berichtet das „Handelsblatt“.

Leben im Grünen

Auch die passende grüne Umgebung ist den Befragten wichtig: 94 Prozent wollen durch die Haus- oder Terrassentür in einen Park oder auf eine Grünfläche treten. Und fast genauso viele wünschen sich, dass die Nachbarn oder Passanten nicht in die Wohnung sehen können.

„Das ganze Leben wird auf Facebook ausgebreitet, aber privat wohnen will man ohne Einblick der Nachbarn“, sagte der Initiator der Umfrage, Christian Schulz-Wulkow, dem „Handelsblatt“.

Und das am liebsten total überwacht: Universelle Diebstahlsicherung durch Videoüberwachung, computerbasierte Einbruchsüberwachung und Online-Sicherheitssysteme werden von fast 60 Prozent der Befragten gewünscht.

Großstädte sind uninteressant

Es überrascht noch ein anderes Ergebnis der Umfrage: Die Generation Y will nicht in großen und pulsierenden Städten leben.

„Meine Erwartung wäre gewesen, dass die jungen Leute in die hippen Metropolen ziehen wollen“, sagt Schultz-Wulkow. Aber nicht einmal ein Viertel der Befragten findet Gefallen an Großstädten wie München, Berlin oder Frankfurt.

Experte Schulz-Wulkow fasst die Ergebnisse als „unglaublich konservativ“ zusammen.

Das klingt alles ziemlich spießig. Aber ist das so negativ? Junge Menschen von heute wollen später eine eigene Familien gründen und mit ihr in einem sicheren, ruhigen Zuhause leben - genau wie ihre Eltern damals. Und das ist irgendwie auch verständlich, oder?

Eltern, Großeltern und Enkel: Sie stellten drei Generationen dieselbe Frage - ihre Antworten werden dich nachdenklich machen

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