LIFESTYLE
12/11/2015 17:44 CET | Aktualisiert 16/11/2015 08:05 CET

"Mama, das wird jetzt hart für dich ..."

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Mit nur 19 Jahren fiel der Brite Cyrus Thatcher als Soldat in Afghanistan. Damit war er einer der jüngsten Opfer der britischen Royal-Army.

Während seines Einsatzes in Afghanistan hat er regelmäßig Briefe an seine Mutter geschrieben. Seine Familie hat diese Mitteilungen nun in der britischen Zeitung “The Independent“ veröffentlicht.

Die Briefe zeigen einerseits einen Teenager, der sich voller Mut und Aufregung in ein Abenteuer stürzt, von dem er seit langem träumt. Andererseits sind die Sorgen eines erwachsenen Mannes zu hören, der die dunkle Ahnung hegt, dass er es möglicherweise nicht nach Hause schaffen wird.

Dies ist der Brief, den er vorab für den Fall seines Todes geschrieben hat. Seiner Familie wurde der Brief nach seinem Ableben übergeben.

Hallo Mama, ich bin’s. Das wird jetzt hart für dich.

Aber ich schreibe dir diesen Brief in dem Wissen, dass du ihn brauchen wirst, um über das, was passiert ist hinwegzukommen. (Also weine ihn nicht voll!)

Also gleich zu Beginn: Scheiße, ich wurde angeschossen!

Jetzt, wo die harte Wahrheit gesagt ist, kann ich endlich zu den Dingen kommen, die ich schon immer sagen wollte:

Mein ganzes Leben warst du für mich da, wir sind zusammen durch Dick und Dünn gegangen. Ein bisschen wie ein Eheversprechen: In guten wie in schlechten Zeiten.

Ohne dich wäre ich nicht da, wo ich heute stehe. Ich bin für eine Sache gestorben, für die ich geboren wurde. Ich war glücklich hier und habe mich großartig gefühlt. Auch wenn die Armee schlussendlich das Ende für mich bedeutet hat, so hat sie mich doch zu dem gemacht, der ich heute bin. Also bitte hasse sie nicht.

Es gibt eine Sache, die ich nie deutlich genug gesagt habe. Oft habe ich im Spaß gesagt, dass mein Leben erst so richtig in der Armee angefangen hat. Das war falsch, sehr falsch!

Ich hatte bereits ein Leben lange vor der Zeit bei der Armee. (Natürlich hatte ich das... Aber du weißt schon, wie ich das meine.)

(...)

Wenn ich einen wirklichen Wunsch im Leben gehabt habe, dann war es der, sagen zu können, dass ich mich getraut habe, rauszugehen. Rauszugehen und das zu tun, was viele andere nicht mal versucht hätten. Nach Afghanistan zu gehen hat mir diesen Traum erfüllt.

Ja, ich bin jung und dir als Elternteil muss es das Herz brechen, dass ich jetzt tot bin. Und trotzdem glaube ich, dass man für seine Ziele kämpfen muss, so groß und abwegig sie auch erscheinen mögen.

Während ich diesen Brief schreibe kann ich sehen, wie du und der Rest der Familie weinen und meinen Tod betrauern. Aber wenn ich mir in meinem „Leben danach“ eine Sache wünschen dürfte, dann wäre es, zu sehen, wie ihr für eure Träume kämpft, genauso wie ich es getan habe. Alles andere bräche mir das Herz.

Also trocknet eure Tränen, setzt ein stolzes Gesicht auf und seid tapfer für die, die euch brauchen.

(...)

Ihr seid alle so wahnsinnig großartige Menschen. Und ich hoffe, dass dieser Brief euch irgendwie über diese beschissene Zeit hinweghilft. Erinnert euch bloß immer daran: Beweint nicht meinen Tod, so schwer das auch scheinen mag. Stattdessen feiert das Leben, das ich hatte, mit allen Höhen und Tiefen!

Ich liebe euch alle, mehr als ihr jemals erahnen könntet. Jeder von euch hat mir auf seine Weise geholfen, das hier durchzustehen. Ich wünsche jedem von euch das größte Glück für seine Träume.

Denkt dran: Kopf hoch und lächeln!

In Liebe, Cyrus

Alle veröffentlichen Briefe können auf der Website des Independent nachgelesen werden.

Rührende Szene: Soldatentochter bringt mit Umarmung das Protokoll durcheinander

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