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11/11/2015 12:07 CET | Aktualisiert 11/11/2015 13:31 CET

Neue Studien beweisen: Junge Menschen sind so glücklich wie nie zuvor

VIEWAPART VIA GETTY IMAGES

Es wurde schon viel über die angeblich unzufriedene und unglückliche Generation Y geschrieben. Doch nun gibt es neue Erkenntnisse, die die Generation Y in ein anderes Licht rücken: Menschen unter 30 sind demnach glücklicher als jede andere Generation junger Erwachsener zuvor - und im Durchschnitt sogar glücklicher als ältere Generationen. Das ergab eine Studie, die kürzlich in dem wissenschaftlichen Journal "Social Psychological and Personality Science" veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler der San Diego State University untersuchten dabei Daten der letzten 30 Jahre und fanden heraus, dass die These, dass man mit dem Alter glücklicher wird, nicht mehr unbedingt wahr ist. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler untersuchten, wie sich das persönliche Glücksgefühl von 1,3 Millionen Amerikanern im Laufe des Lebens entwickelte und fanden heraus, dass ältere Erwachsene tatsächlich weniger zufrieden sind, als sie es früher waren.

Die Studie befragte Menschen zwischen 13 und 96 Jahren ob sie "sehr glücklich", "glücklich" oder "nicht sehr glücklich" sind. Die Ergebnisse zeigten, dass die älteren Generationen unglücklicher als die jüngere Bevölkerungsgruppe sind.

Den Grund für die steigende Unzufriedenheit sehen die Forscher in unseren Erwartungen an das Leben. In jungen Jahren setzen wir sehr hohe Erwartungen in unsere Zukunft. Wenn wir älter werden, müssen wir allerdings manchmal feststellen, dass wir unseren Erwartungen nicht immer gerecht werden können. Sei es der Traumjob, die glückliche Ehe oder sonstige Ziele, die wir erreichen wollten.

"So hohe Erwartungen an uns selbst führen automatisch zu Unzufriedenheit im Alter," schrieb Jean Twenge, der Leiter der Studie und Autor von "Generation Me". "Große Träume fühlen sich in jungen Jahren gut an, aber irgendwann am Ende der 20er stellen die meisten fest, dass sie ihre Ziele nicht erreichen können."

Die Daten zeigen, dass 30 Prozent der jungen Erwachsenen (zwischen 18 und 29 Jahren) 2010 noch angaben "sehr glücklich" zu sein, ein kleiner Anstieg zu der Befragung im Jahre 1970. Die heutigen Teenager sind also glücklicher als sie es in früheren Jahrzehnten waren. Von den etwa 19 Prozent der Erwachsenen, die 1970 angaben "sehr glücklich" zu sein, bestätigten 23 Prozent dieses Gefühl auch noch 2010.

Twenge verfolgt die Theorie, dass ein größerer Drang nach Individualität mit verantwortlich sein könnte, warum diese Generation junger Menschen etwas glücklicher ist als ihre Vorgänger. Selbstverwirklichung wird immer wichtiger. Und Individualität ist uns in jungen Jahren noch wichtiger, als später.

"Individualismus fühlt sich gut an wenn wir jung sind - eine Welt voll endloser Möglichkeiten und Freiheit," sagte Twenge der Huffington Post. "Wir leben in einer sehr jugend-orientierten Gesellschaft. Alles was cool ist, wird mit jungen Menschen assoziiert. In früheren Jahrzehnten sah man Erfüllung darin, einen Job und Kinder zu haben. Heute ist das langweilig - man will für immer jung und frei sein."

Die neue Studie zeigt zwar, dass sich unsere Zufriedenheit stark von der Gesellschaft beeinflussen lässt, macht aber auch deutlich, dass wir mit zunehmenden Alter nicht zwangsläufig unglücklicher werden müssen. Es ist ganz deutlich, dass wir immer noch selbst über unser Glück bestimmen können. Bewusste Entscheidungen, wie Geld für besondere Erlebnisse auszugeben, sich Bescheidenheit zu wahren und mit einem Haustier zu spielen, machen uns glücklicher - egal in welchem Alter. Und darüber sollten wir uns wirklich freuen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf „Huffington Post USA" und wurde von Yasmin Azizi aus dem Englischen übersetzt.

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